Notfall- und Erste Hilfe
Überprüfung der Atmung

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Überprüfung der Atmung

Die normale Atemfrequenz liegt beim Erwachsenen zwischen 16-20 Atemzüge pro Minute (Kinder von 20-25, Säuglinge um 30), die Atemfrequenz ist regelmäßig mit gleichmäßiger Tiefe der Atemzüge.

Feststellung der
Atmung
  • sehen: Brustkorbbewegungen (Heben und Senken)
  • hören: Atemgeräusche, eigenes Ohr über Mund und Nase halten
  • fühlen: Brustkorbbewegungen durch Hände auf die Brust und den Rippenbogen legen, Wange und Ohr über den Mund des Verletzten halten
Überprüfung der
Atemfunktion
  • Hals des Patienten in Rückenlage in Richtung Nacken überstrecken, Kinn nach oben anheben (nicht bei HWS-Verletzungen)
  • der Helfer beugt seinen Kopf und bringt sein Ohr dem Mund des Verletzten nahe
  • während er auf Atemgeräusche achtet, beobachtet er den Brustkorb des Verletzten auf eventuelle Thoraxbewegungen
  • die Überprüfung sollte nicht länger als 10 Sekunden andauern
  • sollten keine Reaktionen erfolgen so versucht der Helfer durch Überstrecken des Kopfes die Atmung anzuregen
Achten auf
Atemgeräusche
  • normal: leises Strömungsgeräusch
  • spastisch: gepresst, Pfeifen, Giemen (z.B. Asthma)
  • feines Rasseln: z.B. Lungenödem
  • grobes Rasseln: Schleim, Erbrochenes
  • feuchte Atemgeräusche: wenn die bewegte Luft mit Flüssigkeit in Berührung kommt
  • trockene Atemgeräusche: wenn die bewegte Luft durch verengte Atemwege muss oder durch Schleimfäden am fließen gehindert wird
  • schnarchend: Atemwegsverlegung
  • ziehend, pfeifend: bei der Einatmung (z.B. Kehlkopfenge)
  • völliges Fehlen: Atemstillstand (NOTFALL: Notarzt, sofort Reanimationsmaßnahmen einleiten)
Beurteilung von Haut/Schleimhaut
  • normal: rosig
  • blau: Zyanose (zentral am ganzen Körper durch verminderte Sauerstoffsättigung im Blut; peripher an klar umschriebenen Körperstellen durch lokale Durchblutungsstörungen), Sauerstoffmangel
  • blass: Kreislaufstörungen (z.B. arterieller Verschluss) und/oder Blutungen
Einteilung der
Atemstörung
  • nach Schweregrad: Atemstillstand (keine Atemgeräusche, kein Heben des Thorax), Ateminsuffizienz (Spontanatmung mit Einsatz der Atemhilfsmuskulatur ohne ungenügende Sauerstoffversorgung des Körpers)
  • nach Ausgangspunkt: zentrale Störung (bei gestörtem Atemantrieb oder Blockade der Atemmuskulatur), periphere Störung (durch Erkrankungen an den Atemwegen)
  • nach Ventilationsstörungen: obstruktiv (Verlegung der Atemwege), restriktiv (verminderte Dehnbarkeit der Atemorgane)

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