Krankheiten
Anpassungs-/ Belastungsstörungen

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Anpassungsstörungen/ Belastungsstörungen

Störungen treten nach entscheidenden Lebensveränderungen (Pensionierung, Arbeitslosigkeit), oder nach länger andauernden belastenden Lebensereignissen auf (körperliche Erkrankung, Pflege eines Todkranken).

Leitmerkmale:
Anpassungsstörungen: Depression, Ängstlichkeit, sozialer Rückzug
Belastungsstörungen: Verlust an Lebensfreude, zurückziehen, Depression, Schreckhaftigkeit
Charakteristisch
  • auslösendes Ereignis
  • zeitlicher Zusammenhang mit Ereignis und Reaktion
  • thematischer Zusammenhang zwischen Ereignis und Reaktion
Arten
  • akute Belastungsreaktion: Auftreten innerhalb von Minuten nach einem massiven traumatischen (seelisch/körperlich) Ereignis (Unfall, Vergewaltigung)
  • posttraumatische Belastungsstörung: nach außergewöhnlichen Bedrohlichem/Veränderungen (Naturkatastrophen, schwere Verbrechen, außerordentliche Belastungen), nach Tagen bis Jahren auftretend
  • Anpassungsstörungen: nach einschneidenden Lebensveränderungen (Scheidung, Tod), es kommt nach 1-6 Monaten zu emotionalen Störungen
Ursachen Der Patient kann eine Belastung (Krankheit, Trennung, Mobbing, Arbeitslosigkeit, Tod, Unfälle, Operationen) nicht adäquat verarbeiten.

Symptome
Anpassungsstörungen
  • Depression, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Psyche: ängstlich, voller Sorgen, Unruhe, Erregbarkeit
  • körperliche Symptome (Verspannungen, Schmerzen, Verdauungsprobleme)
  • Beeinträchtigung der sozialen Aktivitäten/Leistungsfähigkeit (Rückzug)
  • bei Jugendlichen: Aggression, dissoziales Verhalten
Symptome
Belastungsstörungen
  • tritt erst nach Wochen bis Monaten nach dem Ereignis auf
  • erlebt Ereignis immer wieder, träumt davon
  • verliert Lebensfreude und Interesse an Umgebung, zieht sich zurück
  • vegetative Übererregbarkeit: Schlaflosigkeit, Schreckhaftigkeit
  • Depressionen, Angst, Suizid
  • Abhängigkeitsproblem: Alkohol, Drogen
Diagnose Anamnese: Befragung des Patienten/Angehörigen

Differentialdiagnose Autismus, schizoide Persönlichkeitsstörung

Komplikationen Isolation, Arbeitsunfähigkeit, Suizid

Verhalten gegenüber dem Patienten
  • ruhig bleiben
  • signalisieren, dass man Beistand leisten will
  • abschirmen des Betroffenen von Auslöser
  • beruhigend auf ihn einsprechen
  • vorsichtig Körperkontakt suchen
  • zuhören
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Gesprächstherapie-Programm (Situationen erkennen, Zwänge lösen)
  • Medikamentöse Therapie: Antidepressiva

  • Vorsicht Suizidgefahr!!

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