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Lymphknotenvergrößerung

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Lymphknotenvergrößerung

Lymphknotenschwellung, Lymphadenose sind weitere Bezeichnungen für die Lymphknotenvergrößerung. Als Lymphknotenvergrößerung bezeichnet man eine tastbare und über erbsgroße hinausgehende Vergrößerung von einem oder mehreren Lymphknoten. Die Erkrankung kommt vor allem im Bereich der Achseln, des Nackens und der Leisten vor. Nicht jeder vergrößerte Lymphknoten ist zu behandeln. Die Schwellungen müssen immer im Zusammenhang mit anderen Befunden betrachtet werden. Jede Lymphknotenvergrößerung, die über zwei bis drei Wochen bestehen bleibt muss aber durch einen Arzt untersucht werden. Benigne Schwellungen sind dabei viel häufiger als maligne, es muss aber immer eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden.

Leitmerkmale: geschwollene Lymphknoten
Definition Bei der Lymphknotenvergrößerung handelt es sich um eine Anschwellung der Lymphknoten über das normale Maß hinaus

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Lymphknotenschwellung
  • Lymphadenose
Einteilung nach Lokalisation
  • lokale Lymphknotenvergrößerung: nur auf eine Körperregion begrenzt (Infektionen, Erysipel, evtl. maligne)
  • generalisierte Lymphknotenvergrößerung: über den ganzen Körper (Tbc, infektiöse Mononukleose, Röteln, Masern, Influenza, HIV, Zytomegalie, malignes Lymphom)
Einteilung nach Verlauf
  • akute Lymphknotenvergrößerung: Infekt, Leukämie
  • langsame Lymphknotenvergrößerung: Metastase, Lymphom, Tbc, AIDS
Arten
  • weich, druckdolent, gut verschiebbar: akute Entzündungen, Infektionskrankheiten
  • klein, hart, schmerzlos, verschieblich: alte, ausgeheilt Lymphadenitis
  • druckschmerzhaft, verschieblich: Autoimmunerkrankungen, Speicherkrankheiten
  • druckschmerzhaft, verbacken: bösartige Tumore/ Metastasen, chronische Infektionen
Ursachen
  • Entzündungen: durch Entzündungsreize kommt es zu einer Vermehrung der Lymphozyten innerhalb der Lymphknoten
  • Sklerosierung: nach Infektionen können die Lymphknoten mehrere Monate bis Jahre verdickt bleiben, es kommt hierbei zu einer Gewebeverdickung innerhalb der Lymphknoten
  • Tumoren: dabei wuchern bösartige Tumor innerhalb der Lymphknoten
Risikofaktoren
  • Infekte und entzündliche Erkrankungen: z.B. Angina tonsillaris, Erysipel, Mononukleose, HIV, Diphtherie, Scharlach, Röteln, Tbc, Abszess
  • Autoimmunerkrankungen: Kollagenosen, rheumatische Arthritis, Sarkoidose
  • maligne Erkrankungen: malignes Lymphom, Leukämie, Metastasen
  • Medikamente: Phenytoin, Hydralazin, Procainamid
  • allgemeine Erkrankungen: Hyperthyreose, Amyloidose, Lipidspeicherkrankheiten
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust
  • Lymphknoten:
  • akut entzündlich: weich, druckdolent:
  • maligne: hart, indolent, mit Unterlage verbacken
Diagnose Anamnese: Beginn (plötzlich), Begleitsymptome (Fieber, Leistungsknick, Nachtschweiß, Husten), Vor-/Begleiterkrankungen
Körperliche Untersuchung:
Inspektion: sichtbare Knoten, Entzündungszeichen
Palpation:
  • Beurteilung von Lage, Verschiebbarkeit, Anzahl, Größe, Konsistenz, Schmerzhaftigkeit, Ausschluss einer Splenomegalie, Fokussuche (Zähne, Tonsillen, Nasennebenhöhlen, Abszess)
  • maligne Lymphknotenvergrößerung: häufig hart und zu größere Paketen verbacken, nicht verschiebbar
  • Lymphknoten bei Infektionen: weich, druckschmerzhaft, verschiebbar
Labor: Blutbild (Leukämie, Anämie), Differentialblutbild, BSG, CRP, Erregernachweis, Antikörper (Kollagenosen, Tbc)
Apparative Diagnostik: Sonografie (Abdomen), Rö-Thorax, Lymphknotenbiopsie, Fokussuche (Zähne, Tonsillen, Nasennebenhöhlen, Abszess)

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Grunderkrankung

 

Cave
Jede länger als zwei Wochen bestehende, scheinbar grundlose Vergrößerung von Lymphknoten muss ärztlich abgeklärt werden (Malignität?)

ff