| Definition |
Beim Magengeschwür handelt es sich um eine tiefe Wunde in der Schleimhaut des Magens
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Weitere Bezeichnungen (Synonyme) |
- Ulcus ventriculi
- Magenulkus
- Peptisches Ulkus
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| Einteilung nach Johnson |
- Typ I: Ulcus an der kleinen Magenkurvatur
- Typ II: kombiniertes Magen-Dünndarmulcus
- Typ III: Ulcus vor dem Magenpförtner
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| Ursachen |
- Missverhältnis zwischen den die Schleimhaut angreifenden und schützenden Faktoren (verstärkte Säurebildung)
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| Risikofaktoren |
- Infektion: Helicobacter pylori
- Medikamente: NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), ASS, Zytostatika, Salizylate, Kortikoide
- Magen/Darm: vermehrte Säurebildung (Gastritis), Durchblutungsstörungen der Darmwand, gestörte Magenentleerung
- Trauma: Stressulkus bei Polytrauma, Verbrennungen, großen Operationen
- Erkrankungen: Hiatushernie, Durchblutungsstörungen, Gallensäurereflux, Leberzirrhose, verzögerte Magenentleerung, Zollinger-Ellison-Syndrom, Hyperparathyreoidismus, Morbus Cushing, rheumatoide Arthritis, chronische Niereninsuffizienz
- Psyche: Stress, Depression
- Ernährung: scharfe/heiße Speisen
- Noxen: Rauchen, hoher Alkohol-/ Kaffeekonsum
- Allgemein: genetische Vorbelastung
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| Symptome |
Oft symptomlos (ältere Menschen):
- Allgemeinsymptome: Übelkeit, Erbrechen, saures Aufstoßen, Sodbrennen, Druck-/ Völlegefühl, säurelockende Speisen werden schlecht vertragen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Blähungen
- Ulcus: Atrium, kleine Kurvatur
- Schmerzen:
- epigastrisch (links der Medianlinie), drückend/brennend, ausstrahlend zu Leber/Rücken, krampfartig, schneidend
- Sofortschmerz nach den Mahlzeiten, links der Medianlinie, nahrungsunabhängig oder 1-3 Stunden nach Nahrungsaufnahme (Essen/ Trinken), Verschlechterung besonders nach Süßspeisen (Säurebildung)
- Blutung: 20 % als Erstsymptom, blutiges oder kaffeesatzartiges Erbrechen, Teerstuhl, Anämie
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| Diagnose |
Anamnese: Schmerzlokalisation, Risikofaktoren, Ulkusanamnese, NSAR-Einnahme, Familienanamnese Körperliche Untersuchung: evtl. Druckschmerz im Oberbauch ohne Abwehrspannung, Anämiezeichen Labor: Blutbild (Blutung), Entzündungsparameter, Kalzium, Parathormon, Antikörper gegenüber Helicobacter pylori, Gastriné, Stuhluntersuchung auf Blut Apparative Diagnostik: Gastroendoskopie mit Schleimhautbiopsie (Ca?), 13C-Atemtest auf Helicobacter pylori, Röntgen (Kontrastmittel, Perforation?), Sonografie, Langzeit-pH-Metrie (Übersäuerung?) |
| Differentialdiagnose |
- Verdauungssystem: Refluxösophagitis, Reizmagen (Ausschlussdiagnose), Magenkarzinom, Gastritis, Morbus Crohn, Erkrankungen von Leber/Pankreas (Cholelithiasis, Pankreatitis, Pankreas-Karzinom), Reizkolon, Dyspepsie
- herz: Angina pectoris, Myokardinfarkt
- Atemsystem: Pneumothorax, Lungenembolie, Tbc
- Erkrankungen: Lues, Morbus Boeck
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| Komplikationen |
Ca. 30% aller Ulkuspatienten werden erst durch Komplikationen symptomatisch, werden somit erst sehr spät bemerkt:
- Penetration: vordringen des Ulcus in ein Nachbarorgan, meist Pankreas oder Colon (plötzlicher Schmerz strahlt in den Rücken aus), Notfall!
- Blutungen: Kaffeesatzerbrechen (Hämatemesis), Teerstuhl (Melaena)
- Perforation (Durchbruch): das Ulkus durchbricht die Wand des Magens oder Duodenums, führt zum akuten Abdomen (plötzlicher heftiger Schmerz, Abwehrspannung, Schock) Notfall: Notarzt, PATIENT BLEIBT LIEGEN!
- Stenosierung des Pylorus: Behinderung der Nahrungspassage (anhaltendes Erbrechen, Schmerzzunahme beim Essen, Refluxösophagitis, Herzrhythmusstörungen, Kachexie)
- Präkanzerose: Entartung möglich
- Allgemein: Anämie
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| Therapie |
- Allgemeinmaßnahmen: Stressabbau, Entspannungsübungen, Vermeidung von psychischen Belastungen, Oberkörper hoch beim Schlafen, feuchte Wärme, Leibwickel, Heublumenpackung, Bürstenbäder
- Ernährungstherapie: kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Fette, kein Kaffee, leichte Kost, kleine Portionen, gutes Kauen, Ruhe bei der Aufnahme, Vermeidung scharfer Gewürze, nach Mahlzeiten nicht hinlegen
- Naturheilkundliche Therapie: Akupunktur, Ohrakupunktur, Bachblüten, Eigenbluttherapie, Fußreflexzonenmassage, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie, Schüssler Salze
- Medikamentöse Therapie: Ansetzen der ulcusauslösenden Medikamente, Antazida, H2-Blocker, Tripel-Therapie (Protonenpumpenblocker, Antibiotika) bei Besiedlung mit Helicobacter pylori, ansonsten Protonenpumpenblocker zur Säurereduktion, Antiphlogistika, Anticholinergika
- Operative Therapie: bei Komplikationen (Blutungen, Perforation, Stenosen, Karzinomverdacht): Ulcusentfernung
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