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Malignes neuroleptisches Syndrom

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Malignes neuroleptisches Syndrom

Malignes Neuroleptika-Syndrom ist eine weitere Bezeichnung für das maligne neuroleptische Syndrom. Als malignes neuroleptisches Syndrom bezeichnet man eine Erkrankung, die durch verschiedene Medikamente verursacht wird und zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Von den Medikamenten kommen vor allem Dopaminantagonisten, trizyklische Antidepressiva und Lithium in Frage. Die in Frage kommenden Medikamente müssen dabei in hoher Dosierung verabreicht werden. Die ersten Beschwerden machen sich in den ersten vier Wochen nach Therapiebeginn bemerkbar. Diese können sehr stark und akut auftreten, weshalb eine Überwachung und Behandlung auf der Intensivstation von Nöten ist.


Leitmerkmale:  Bewusstseinseintrübung, Muskelversteifung, Hyperthermie bei Medikamenteneinnahme
Definition Beim malignen neuroleptischen Syndrom handelt es sich um eine durch Medikamente ausgelöste Hyperaktivität es Zentralnervensystems

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Malignes Neuroleptika-Syndrom
Gefährliche Medikamente
  • Antidepressiva: Citalopram, Sertralin, Venlafaxin
  • Antiemetika: Droperidol, Metoclopramid, Promathazin
  • Antikonvulsiva: Carbamarepin
  • atypische Neuroleptika: Quentiapin, Risperidon
  • hochpotente Neuroleptika: Fluphenazin, Haloperidol
  • mittelpotente Neuroleptika: Perazin
  • niederpotente Neuroleptika: Chlorprothixen, Pipamperon
  • Phasenprohylaktika: Lithium
Ursachen
  • hohe Dosierung von Medikamenten: Dopaminantagonisten, trizyklische Antidepressiva, Lithium
Risikofaktoren
  • vorhandenes malignes neuroleptisches Syndrom
  • hohe Dosierung
  • schnelle Dosiserhöhung
  • parenterale Verabreichung der Medikamente
  • vorbestehende Hirnschädigung
  • Kinder/Jugendliche
Symptome
  • Körpertemperatur: stark erhöht
  • Muskulatur: generalisierter Rigor, Opisthotonus, Tremor, Hyporeflexie, Trismus
  • Allgemeinsymptome: Tachykardie, Schweißausbruch, Tachypnoe, Arrhythmie, Blutdruckveränderungen, Bewusstseinseintrübung (Lethargie, Mutismus, Stupor), Stuhlinkontinenz, Harnverhalt
Diagnose Anamnese: Klinik, Medikamenteneinnahme
Labor: Blutbild (Leukozytose), CK erhöht, metabolische Azidose
Differentialdiagnose
  • maligne Hyperthermie
  • Serotoninsyndrom
  • Gehirninfektionen
  • Hitzschlag
  • Morbus Parkinson: hypokinetische Krise
  • Drogengebrauch
Komplikationen
  • Rhabdomyolyse
  • Nierenversagen
  • Embolien
  • Krampfanfälle
  • Multiorganversagen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: sofortiges Absetzen der auslösenden Medikamente, Fiebersenkung (Kühlung), Flüssigkeitszufuhr, Überwachung auf der Intensivstation
  • Medikamentöse Therapie:  Thromboseprophylaxe, Dantrolen, Bromocriptin, Amantadin