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Mandibuläre Retrognathie

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Mandibuläre Retrognathie

Retrogenie ist eine weitere Bezeichnung für die mandibuläre Retrognathie. Bei der mandibuläre Retrognathie handelt es sich um Fehlbildung des Unterkieferknochens. Der Oberkiefer überragt dabei den minder entwickelten und dadurch verkürzten Unterkiefer. Es kommt zu einem Überbiss. Der verkürzte Unterkiefer ist bereits im frühen Kindesalter ersichtlich und verstärkt sich mit den Jahren immer mehr. Der Mundschluss ist bei fortgeschrittener Erkrankung meist nicht mehr möglich. Der Betroffene beißt sich leicht in den Gaumen. Das Gesichtsprofil wird als Vogelgesicht bezeichnet. Die Erkrankung tritt beidseits, nur selten einseitig auf.


Leitmerkmale:  fliehendes Kinn, vorspringende Oberlippe, weit vorstehende obere Schneidezähne
Definition Als mandibuläre Retrognathie bezeichnet man Rückverlagerung des Unterkiefers in Bezug auf die Schädelbasis

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Retrogenie
Ursachen
  • Vererbung
  • Störungen im Kieferwachstum: Osteomyelitis
  • Gelenkfortsatzfraktur
  • Entzündungen an der Wachstumsfuge des Kiefers
Bei Erkrankungen
  • De-Grouchy-Syndrom
  • Pierre-Robin-Syndrom
  • Trisomie 9
  • Zellweger-Syndrom
Symptome
  • Gesicht: fliehendes Kinn, vorspringende Oberlippe, die Frontzähne des Oberkiefers liegen deutlich über den des Unterkiefers
  • Allgemeinsymptome: Schlafapnoe-Syndrom
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen, Familienanamnese
Körperliche Untersuchung: Mund, Gesicht
Apparative Diagnostik: Röntgen (Gesicht)
Differentialdiagnose
  • Prognathie
Komplikationen
  • Schäden am Zahnhalteapparat
  • vorzeitiger Zahnverlust
  • verstärkte Mundatmung: Gefahr von Karies/Infektionen der oberen Atemwege
  • Schmerzen im Kiefergelenk
  • Sprachprobleme
  • Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Ursachen/ Symptome
  • Operative Therapie: Knochentransplantation, Kallusdistraktion