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Marburgfieber

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Marburgfieber

Marburg-Virus-Infektion, Marburg-Viruskrankheit sind weitere Bezeichnungen für das Marburgfieber. Als Marburgfieber bezeichnet man eine schwere Infektionskrankheit mit hämorrhagischem Fieber. Das Virus gelangt, übertragen durch mit dem Erreger infizierte Flughunde, entweder Parenteral (durch Inhalation) oder enteral (durch Aufnahme über den Mund) in den menschlichen Körper. Wobei eine parenterale Aufnahme häufiger zum Tod führt als eine enterale Aufnahme. Das Virus befällt innerhalb des Körpers die Makrophagen, dendritischen Zellen, Endothelzellen, Fibroblasten und Zellen in der Nebennierenrinde. Über das Lymphsystem gelangen diese infizierten Zellen zur Leber und zur Milz und verursachen dort die typischen Beschwerden.


Leitmerkmale: unspezifisch mit Grippesymptomen
Definition Beim Marburgfieber handelt es sich um eine Viruserkrankung mit lebensgefährlichen Folgen

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Marburg-Virus-Infektion
  • Marburg-Viruskrankheit
Erreger
  • Marburg-Virus (fadenförmiges Virus)
Vorkommen
  • Zentral-/Südafrika
Übertragung
  • Kontaktinfektion: Körperflüssigkeit (Blut, Urin, Stuhl, Sperma), Exkremente von infizierten Flughunden/ grüne Meerkatzen
  • Tröpfcheninfektion: Inhalation von Stäuben mit Exkrementen
Inkubationszeit 4 – 16 Tage

Symptome
  • Erstsymptome (bis 1 Wochen): hohes Fieber, starke Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, gastrointestinale Beschwerden (Erbrechen, schwerer Durchfall, Bauchschmerzen)
  • Zweitsymptome (nach einer Woche): hämorrhagisches Fieber (Blutungen an den inneren Organen: Magen/Darm/ Lunge)
Diagnose Anamnese: Klinik
Labor: Antikörper, RT-PCR, Virusnachweis in Blut/Urin/Rachensekret
Differentialdiagnose
  • Malaria
  • Gelbfieber
  • Typhus
  • Lassa-Fieber
  • Ebolafieber
Komplikationen
  • Multiorganversagen
  • Tod
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Symptome, Bettruhe, Wasser-/ Elektrolyte zuführen
  • Medikamentöse Therapie: Spasmolytika, Analgetika
Meldepflicht
  • Verdacht/Erkrankung/Tod/Erregernachweis (Infektionsschutzgesetz § 6/7)