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Metachromatische Leukodystrophie

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Metachromatische Leukodystrophie

Bei der metachromatischen Leukodystrophie handelt es sich um eine vererbte Störung der Lysosome. Es kommt hierbei zu einem Mangel des Enzyms Arylsulfatase-A und damit zu einer Störung im Abbau von Sulfatide zu Cerebroside. Diese nicht abgebauten Lipide bleiben in den Lysosomen und akkumulieren dort. Die Folgen daraus sind eine generalisierte Demyelinisierung des zentralen und peripheren Nervensystems und eine Einlagerung von Granula in die Gliazellen und Makrophagen.


Leitmerkmale: Gangunsicherheit, Ataxie, Vollblindheit
Definition Als metachromatische Leukodystrophie bezeichnet man eine vererbte Lipidspeicherkrankheit mit Degeneration der weißen Substanz des Gehirns und Demyelinisation

Einteilung
  • spätinfantilemetachromatischen Leukodystrophie:
    • Allgemein: Stillstand der motorischen Entwicklung
    • Beginn: mit 15- 24 Monaten (bis 2,5 Jahre)
    • Symptome: schlechtes Laufen lernen, Stolpern, Schwierigkeiten beim Spracherwerb, Muskelspastik, Berührungsempfindlichkeit, Störungen des Magen/Darm7 Blase
    • Komplikationen: Versteifung der Glieder, Verlust der Willkürmotorik/ Sprache/ geistigen Fähigkeiten, Erblindung, Hörverlust, Epilepsien
    • Therapie: künstliche Ernährung
    • Prognose: Tod im Alter von 4 – 10 Jahren
  • juvenile metachromatischen Leukodystrophie:
    • Beginn: 2,5 - 16 Jahre (frühjuvenil: unter 6 Jahre, spätjuvenil über 6 Jahre)
    • Symptome: Schwierigkeiten in der Schule (Merkschwäche, Konzentrationsstörungen), auffälliges Verhalten (Schulprobleme), Gangunsicherheiten, mentale Veränderungen (schreiten weiter voran)
    • Komplikationen: Verlust der geistigen Fähigkeiten über einen langen Zeitraum, Gehfähigkeit bleibt lange erhalten
    • Prognose: Tod nach mehreren Jahrzenten
  • adulte metachromatischen Leukodystrophie:
    • Beginn: ab 16. Lebensalter
    • Symptome: Schwierigkeiten in der Schule (Merkschwäche, Konzentrationsstörungen), auffälliges Verhalten (Schulprobleme), Störungen der Sprache/ mentale Leistungen, spastische Lähmungen (Schluckstörungen), Psyche (Depression, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörung)
    • Prognose: hohes Lebensalter
Ursachen
  • Vererbung: autosomal-rezessiv (Chromosom 22, Genlokus q13.31, ARSA-Gen)
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Gangunsicherheit, Ataxie, schlaffe Lähmungen (später spastisch), Verlust der Sprache, Visusverlust, Demenz, Gallensteine
Diagnose Körperliche Untersuchung: Gang
Labor: Arylsulfatase-A- Mangel (Urin/Leukozyten/Fibroblasten)
Apparative Diagnostik: MRT (Schädel)
Differentialdiagnose
  • Morbus Krabbe
  • ADEM
  • Multipler Sulfatase-Mangel
  • Adrenoleukodystrophie
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen:  Behandlung der Symptome