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Muskeldystrophie Typ Fukuyama

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Muskeldystrophie Typ Fukuyama

Die Muskeldystrophie Typ Fukuyama ist eine sehr seltene Erkrankung mit angeborenem Muskelschwund und Fehlentwicklungen am zentralen Nervensystem. Die davon betroffenen Kinder können weder laufen noch stehen und geistig sehr stark behindert. Die Lebenserwartung beträgt hierbei meist nicht mehr als 10 Jahre.


Leitmerkmale: fortschreitender Muskelschwund und schwere geistige Retardierung
Definition Die Muskeldystrophie Typ Fukuyama ist eine vererbte Muskelerkrankung, die vor allem in Japan vorkommt

Ursachen
  • Vererbung: autosomal-rezessiv (Chromosom 9, Genort q31-33, FCMD-Gen)
Symptome
  • Muskeln: symmetrische, generalisierte Schwäche (schlechtes Saugen/ schwaches Schreien/ Schlaffheit/verzögerte Entwicklung), dystrophische Veränderung der Skelettmuskeln
  • Gelenke: Kontrakturen (Hüfte/ Knie/ Interphalangealgelenke), motorische Einschränkung
  • Gehirn: Fehlbildungen (Lissenzephalie), Epilepsie
  • Allgemeinsymptome: schwere geistige Retardierung
  • später: Sehschwäche, Schluckstörungen, Pneumonie
Diagnose Anamnese: Klinik, Familienanamnese
Körperliche Untersuchung: Neurologie
Labor: LDH erhöht, GOT erhöht, GPT erhöht, CK erhöht, arterielle Blutgasanalyse, Genanalyse, Kreatin im Urin erhöht
Apparative Diagnostik: Nervenleitgeschwindigkeit, Elektroneurografie, Elektromyografie, MRT, Ultraschall, Muskelbiopsie, Lungenfunktionstest
Differentialdiagnose
  • Muskeldystrophie Typ Duchenne
  • Muskeldystrophie Typ Becker-Kiener
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Grunderkrankungen behandeln, Krankengymnastik, Atemtherapie, Wärmeanwendungen, Klopf-Druck-Massage, Ultraschall-Therapie, Bewegungsbad, Schwimmen, psychologische Betreuung (vermeiden: Kältereize, übermäßiges Training), Dehnung der betroffenen Muskulatur, Reizstromtherapie, Ergotherapie
  • Medikamentöse Therapie: Glukokortikoide
  • Operative Therapie: Sehnenverlängerungen, Kontrakturbehandlung, Tracheotomie