Krankheiten
Ovarielles Hyperstimulationssyndrom

 Zurück zur alphabetischen Auswahl

Ovarielles Hyperstimulationssyndrom

Ovarielles Überstimmungssyndrom ist eine weitere Bezeichnung für das ovarielle Hyperstimulationssyndrom. Das ovarielle Hyperstimulationssyndrom ist eine seltene Erkrankung bedingt durch eine hormonelle Follikelstimulation. Die Erkrankung tritt vor allem bei einer In-vitro-Fertilisation auf. Ursachen hierfür sind Hormone, die von außen dem Körper zugeführt werden und die Eierstockfollikel stimulieren sollen. Die Erkrankung heilt meist von selbst aus, wenn die Schwangerschaft eintritt. Meist ist darum keine Behandlung nötig, es muss aber kontrolliert werden.


Leitmerkmale: Ödeme, Unterleibschmerzen, Übelkeit nach Eierstockstimulation 
Definition Das ovarielle Hyperstimulationssyndrom ist eine Komplikation einer künstlichen Befruchtung

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Ovarielles Überstimmungssyndrom
Einteilung
  • frühes ovarielles Hyperstimulationssyndrom: kurz nach der Eizellentnahme
  • spätes ovarielle Hyperstimulationssyndrom: nach 12- 20 Tagen nach der Choriogonadotropin- Gabe
Einteilung nach WHO
  • Grad I (leicht): variabel vergrößerte Ovarien (bis 5 cm), evtl. kleine Zysten, Östrogenspiegel über 1500 pg/ml
  • Grad II (moderat): vergrößerte Ovarien (6 bis 12 cm), Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, angespannter Bauch
  • Grad III (schwer): große Ovarien (über 12 cm), Aszites, Hydrothorax
Einteilung nach Golan
  • mild:  
    • Grad I: abdominelles Spannungsgefühl/ Unwohlsein
    • Grad II: Vergrößerung der Ovarien bis 12 cm/Übelkeit/Erbrechen/ Symptome Grad I
  • mäßig:
    • Grad III: wie Grad II, Aszites
  • schwer:
    • Grad IV: wie Grad III, Hypothorax/ Dyspnoe
    • Grad V: wie Grad IV, erhöhte Blutgerinnungsneigung/ schwere Dehydratation/ Blutviskositätsneigung/ Durchblutungsstörung der Niere
Ursachen
  • Gabe von humanen Choriogonadotropin
Risikofaktoren
  • polyzystisches Ovarialsyndrom
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Patienten unter 35 Lebensjahren
  • hohe Östradiol-Konzentration
  • große/zahlreiche Follikel
  • schnell ansteigender Östradiol-Spiegel
  • hCG-Stimulation in der Lutealphase
Symptome
  • Ödeme: Aszites, Pleuraergüsse
  • Allgemeinsymptome: Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, angespannter Bauch
Diagnose Anamnese: Klinik, Follikelstimulation
Körperliche Untersuchung: Bauch (Umfang), Gewicht
Labor: Hämatokrit, Natrium, Kreatinin, CRP, Lebertransaminasen, Protein, Albumin, Gerinnungsfaktoren, HCG
Apparative Diagnostik: Sonografie (Unterbauch)
Komplikationen
  • Thrombosen
  • Nierenversagen
  • hypovolämischer Schock
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: sanfte Mobilisierung, viel trinken, Gewichtskontrolle, Flüssigkeitsbilanz
  • Ernährungstherapie: eiweißreich
  • Medikamentöse Therapie: Thromboseprophylaxe, Antiemetika
  • in schweren Fällen:
    • Allgemeinmaßnahmen: Kontrolle des Hämatokrits/Diurese
    • Medikamentöse Therapie: Heparin, Albumin
    • Operative Therapie: Aszites-/Pleurapunktion