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Sinusthrombose

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Sinusthrombose

Zentrale Sinusthrombose ist eine weitere Bezeichnung für die Sinusthrombose. Bei der Sinusthrombose handelt es sich um einen Verschluss mittels Thrombus von einem oder mehreren Hirnblutleitern (Sinus durae matris). Die Erkrankung wird zu den Sinusvenenthrombosen gezählt.  Es kommt dadurch zu einem verminderten Abfluss des Blutes aus dem Gehirn zum Herz hin (Hirndrucksteigerung). Es besteht die Gefahr, dass am Ort der Erkrankung die Vene reißt und es zu einer Hirnblutung kommt. Die Erkrankung entwickelt sich dabei recht langsam. Erste Anzeichen sind meist anhaltende Kopfschmerzen. Besonders davon betroffen ist der laterale Sinus und der Sinus sagittalis superior. Ziel der Behandlung ist es ´die Verstopfung so schnell wie möglich wieder aufzulösen.


Leitmerkmale: Kopfschmerzen
Definition Bei der Sinusthrombose handelt es sich um eine Bildung eines Blutgerinnsels in einem venösen Sinus des Gehirns mit dessen Verschluss

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Zentrale Sinusthrombose
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen
Ursachen
  • Blutgerinnsel innerhalb der Hirnvenen (gestörtes Gleichgewicht zwischen prothrombotischen und thrombotischen Prozessen)
Risikofaktoren
  • Entzündungen: im Gesichtsbereich, Zahnabszesse, Stomatitis, Otitis media, Mastoiditis, Sinusitis, Tonsillitis, Meningitis, Hirnabszesse
  • Virus: Hepatitis, Masern, Zytomegalie, Herpes simplex
  • Bakterien: Typhus, Endokarditis, Tuberkulose, Sepsis
  • Pilze: Aspergillose
  • Bluterkrankungen: Sichelzellanämie, Polyzythämie, essentielle Thrombozythämie, Anämie, Vaskulitis 
  • Autoimmunerkrankungen: Sarkoidose, Sjögren-Syndrom, Systemischer Lupus erythematodes, Wegerner-Granulomatose, Morbus Behcet
  • Stoffwechsel: Diabetes mellitus, Thyreotoxikose, Urämie
  • Allgemein: Gerinnungsstörungen
  • Tumoren: Karzinoid/ Leukämie/ Karzinom
  • operativ: Eingriffe am Gehirn, Lumbalpunktion
  • Medikamente: Pille, Hormonersatztherapie, Chemotherapeutika, Kortikosteroide, Androgene
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Kopfschmerzen, Schwierigkeiten beim Sprechen, Sehen verschwommen/ doppelt, schwäche, Verlust über die Kontrolle eines Körperteils, Ohnmacht bis Koma, evtl. Übelkeit, Erbrechen, Fieber, epileptische Anfälle, Lähmungen
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen, Medikamente
Labor: D-Dimere erhöht, Entzündungsparameter, Gerinnungsfaktoren
Apparative Diagnostik: CT, MRT, EEG, Liquorpunktion
Differentialdiagnose
  • Meningitis
  • Enzephalitis
  • Migräne
  • Eklampsie
  • Hirnödem
  • Hirntumoren
  • Hirnblutungen
Komplikationen
  • Schlaganfall
  • Stauungsblutungen
  • Hirndrucksteigerung
  • Hirninfarkt
  • Hirnödem
  • Hirnabszess
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Bewegung, Rauchen aufhören, Schonung, Alkohol verzichten
  • Ernährungstherapie: fettarme Ernährung, Obst, Gemüse
  • Medikamentöse Therapie: Heparin, Gerinnungshemmer, Antibiotika, Antikonvulsiva, Analgetika
  • Operative Therapie: Liquorpunktion