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Spinaler Schock

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Spinaler Schock

Rückenmarkschock ist eine weitere Bezeichnung für den spinalen Schock. Als spinalen Schock bezeichnet man einen plötzlichen Ausfall einzelner oder sämtlicher motorischer, sensorischer und vegetativer Funktionen nach einer Verletzung des Rückenmarks. Dadurch kommt es zu einer Weitstellung der Blutgefäße und somit zu einem Absinken des venösen Rückstroms des Blutes zum Herzen. Beschwerden treten unterhalb der Läsionsstelle auf. Die Dauer des Schocks kann einige Stunden bis mehrere Monate anhalten.


Leitmerkmale:  starker Blutdruckabfall, vollständige schlaffe  Lähmung
Definition Beim spinalen Schock handelt es sich um einen Schockzustand verursacht durch eine Verletzung des Rückenmarks

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Rückenmarkschock
Ursachen
  • Verletzung des Rückenmarks: Frakturen, Stich-/Schussverletzung
  • Wirbelsäule: Tumoren innerhalb des Spinalkanals, massiver Bandscheibenvorfall
  • Eingriffe: Peridural-/Spinalanästhesie
Symptome Abhängig von der Höhe der Läsion:
  • Nervensystem: schlaffe Lähmung, keine Sensibilität (Berührung/ Vibration/ Schmerz/ Temperatur/ Lageempfindung), Areflexie unterhalb der Läsion, Aufhebung der Blasen-/ Mastdarmfunktion (unkontrollierter Harn-/ Stuhlabgang)
  • Schocksymptome: Blutdruckabfall, Bradykardie
Diagnose Anamnese: Klinik, Trauma
Körperliche Untersuchung: Neurologie
Apparative Diagnostik: MRT, CT
Komplikationen
  • dauerhafte Querschnittslähmung
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Schockbekämpfung, Immobilisierung durch eine Vakuummatratze, Behandlung der Ursachen
Notfall

Notfallmaßnahmen beim spinalen Schock:

  • - Anruf: Notarzt (Tel.112)
  • - Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken, rasche Blutstillung
  • - Lagerung: Schocklagerung
  • - Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • - Reanimation: Wiederbelebung
  • - Zusatzmaßnahmen: Sicherung der Atemwege, evtl. Beatmung, Sauerstoffzufuhr (4-6 l. Pro Minute), venöse Zugänge, 2-3 großlumige zur Volumensubstitution