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Steißbeininteratom

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Steißbeininteratom

Steißteratom ist eine weitere Bezeichnung für das Steißbeininteratom. Unter einem Steißbeininteratom versteht man eine meist gutartige Geschwulst (Teratom) im Bereich des Steißbeines. Er gehört zu den häufigsten Kleinzelltumoren im Kleinkindesalter. Dieser Tumor befindet sich an der unteren Wirbelsäule und kann bis ins Becken hineinwachsen. Er kann eine sehr beachtliche Größe erreichen und sitzt am Steißbein fest, so er sich über eigene Blutgefäße aus dem kleinen Becken versorgt. Die Malignitätswahrscheinlichkeit steigt bei Manifestation im Neugeborenenalter.


Leitmerkmale:  Tumor bei Geburt
Definition Beim Steißbeininteratom handelt es sich um einen angeborenen Keimzelltumor, der ich aus verschiedenen Zell- und Gewebearten zusammensetzt

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Steißteratom
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen: Fetalstadium, Neugeborene
Einteilung
  • gutartiges/reifes Teratom: häufigste Form, etwa 60–70 %, die Tumorzellen sind zu anderen im Körper vorkommenden Zellen (Knochen/Nervenzellen/ Drüsengewebe) ausdifferenziert
  • bösartiges/unreifes Teratom (Teratokarzinom): die Tumorzellen gleichen keinem körpereigenen Gewebe
Klassifikation der
American Academy of Pediatric Surgery Section Survey
  • Typ I (tiefe mediale Form): häufigste Form
    • Wachstum: extra-fetal, hinter dem Rektum nach kaudal
  • Typ II:
    • Wachstum: extra-fetal, mit Ausdehnung vor dem Sakrum ins kleine Becken
  • Typ III:
    • Wachstum: extra-fetal, mit Ausdehnung in Richtung Abdomen
  • Typ IV:
    • Wachstum: ausschließlich innerhalb des Beckens
Ursachen
  • unbekannt
Symptome
  • Tumor: bis kindskopfgroß, stark druchblutet, kann alle möglichen Arten an Gewebe bis Organe beinhalten (Zähne/Haare)
Diagnose Anamnese: Klinik
Körperliche Untersuchung: Gesäß (Inspektion)
Labor: Alpha-1-Fetoprotein erhöht, Beta-HCG erhöht
Apparative Diagnostik: Sonografie, Röntgen, MRT
Differentialdiagnose
  • Chordom
  • Ependymom
  • Fibrosarkom
  • Ganglioneurom
  • Meningozele
  • Neurofibrom
  • Rektumduplikatur
  • Riesenzelltumor
Komplikationen
  • Anämie
  • Geburtshindernis
  • Herzversagen
  • Kompression von Nerven (Plexus lumbosacralis)
  • Obstruktion der Harnwege/Gastrointestinaltrakts
  • Ruptur des Tumors
  • Tod
Therapie
  • Operative Therapie: Entfernung des Tumors