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Ablatio placentae

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Ablatio placentae

Vorzeitige Plazentalösung, Abruptio placentae sind weitere Bezeichnungen für die Ablatio placentae.Als Ablatio placentae bezeichnet man das vollständige oder teilweise Ablösen des Mutterkuchens von der Uterushaut vor der Geburt des Kindes. Durch die Ablösung der Plazenta kommt es zu Blutungen seiner Blutgefäße und zur Bildung eines Hämatoms an dieser Stelle (zwischen der Plazenta und der Uterushaftfläche). Dies begünstigt eine weitere Ablösung. Dadurch wird das ungeborene Kind immer weniger vom Blut der Mutter (Sauerstoff, Nährstoffe) versorgt und schließlich kann das ungeborene Kind absterben. Aber nicht nur das Kind ist gefährdet auch die Mutter. Bei zu großem Blutverlust kann ein hämorrhagischer Schock auftreten, der auch das Leben der Mutter lebensgefährlich sich auswirkt.

Leitmerkmale: plötzlicher dauerhafter Schmerz im Unterbauch bei Schwangerschaft
Definition Bei einer Ablatio placentaehandelt es sich um eine sehr seltene Unterbrechung der Verbindung zwischen dem Mutterkuchen und der Gebärmutter vor der Geburt des Kindes

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Abruptio placentae
  • Vorzeitige Plazentalösung
Einteilung
  • teilweise Ablösung: nur Teile der Plazenta sind vom Uterus getrennt
  • vollständige Ablösung: die ganze Plazenta hat keine Verbindung mehr zum Uterus
Grade
  • Grad I: nur geringe Ablösung, keine Symptome
  • Grad II: teilweise Ablösung, geringe Blutung, weicher Uterus, der Zustand des Fetus ist in Ordnung
  • Grad III: starke Ablösung, starke Blutung mit Schmerzen, der Fetus ist gefährdet (pathologisches CTG)
Pathogenese Durch verschiedene Ursachen kommt es zu einem Hämatom hinter der Plazenta. Diese hebt sich von der Gebärmutterhaut ab. Die führt zu einer verminderten Versorgung des noch nicht geborenen Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen

Ursachen     
  • Hämatom: hinter der Plazenta, durch Trauma, Bluthochdruck, Präklampsie, vorzeitiger Blasensprung, Uterusanomalien, kurze Nabelschnur, Mangelernährung, Nikotin-/Drogenmissbrauch
  • Trauma: Sturz, Stoss gegen den Bauch
Risikofaktoren
  • vorausgegangene Schwangerschaften/Gebärmutteroperationen
  • 30. Schwangerschaftswoche
  • Mehrlingsgebärende
  • große Plazenta
  • Bluthochdruck
  • Fruchtwasseruntersuchung
  • Trauma
  • Alter
  • Rauchen
Symptome
  • Schmierblutung: vaginal, dunkelrot
  • Schmerzen: Unterbauch, dauerhaft, stark, plötzlicher
  • Allgemeinsymptome: Angst, Unruhe, Herzrasen, Zyanose, Übelkeit, Schwindel bis Schocksymptome
  • Kind: Zeichen des akuten Sauerstoffmangels (CTG)
Diagnose Anamnese:  Klinik, Schwangerschaft
Körperliche Untersuchung: Uterus bretthart und sehr druckempfindlich
Labor: Blutbild (Thrombozyten), Gerinnung
Apparative Diagnostik: Doppler-Sonographie, CTG

Differentialdiagnose
  • Plazenta praevia
  • Uterusruptur
  • Plazentainfarkt
Komplikationen
  • Schock
  • Gerinnungsstörungen
  • Multiorganversagen
  • Tod des Kindes
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Schockbekämpfung, Bettruhe
  • Operative Therapie: sofortiger Kaiserschnitt

 

Notfall

Notfallmaßnhamen bei einer vorzeitigen Plazentalösung:

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken
  • Lagerung: bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Zusatzmaßnahmen: Sauerstoffgabe, i.v.- Zugang, Volumengabe, Sectiobereitschaft

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