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Adam-Stokes-Syndrom

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Adam-Stokes-Syndrom

Adem-Stokes-Anfall, Morgagni-Adams-Stokes-Anfall sind weitere Bezeichnungen für das Adam-Stokes-Syndrom. Bei einem Adam-Stokes-Syndrom kommt es durch Herzrhythmusstörungen zu einem kurzen Herzstillstand. Durch entzündliche oder/und arteriosklerotische Veränderung des Herzleitungssystems kommt es zu keiner Weiterleitung der Herzaktion von den Vorhöfen zur Kammer. Das Herz steht still (kurze Bewusstlosigkeit), es kommt kein Blut und Sauerstoff im Kopf an, danach erzeugt der AV-Knoten einem Ersatzrhythmus (der Patient wird wieder wach). Fällt der Herzschlag über einen längeren Zeitraum aus so besteht eine akute Lebensgefahr. Behandelt wird diese mit der Beatmung und einer Herz-Kreislaufmassage (Reanimation).

Leitmerkmale:  kurze Bewusstlosigkeit, nach dem Aufwachen keine Erinnerung daran
Definition Bei einem Adam-Stokes-Syndrom kommt es durch Herzrhythmusstörungen zu einem kurzen Herzstillstand

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Adem-Stokes-Anfall
  • Morgagni-Adams-Stokes-Anfall
  • MAS-Anfall
Pathogenese Durch entzündliche/arteriosklerotische Veränderung des Herzleitungssystems kommt es zu keiner Weiterleitung der Herzaktion von den Vorhöfen zur Kammer. Das Herz steht still (Bewusstlosigkeit), es kommt kein Blut/Sauerstoff im Kopf an, danach erzeugt der AV-Knoten einem Ersatzrhythmus (der Patient wird wieder wach)

Ursachen
  • kardial: Herzrhythmusstörungen, SA-/AV- Block, Kammerflimmern/-flattern, KHK, Herzinfarkt
  • Medikamente: Betablocker, Digitalispräparate
Symptome
  • kurze Bewusstlosigkeit mit Sturz (Verletzung) ohne Vorwarnung (20-40 Sekunden)
  • Atmungsstillstand
  • Allgemeinsymptome: retrograde Amnesie, Schwindel, Blässe
Diagnose Apparative Diagnostik: Langzeit-EKG

Differentialdiagnose
  • Synkope
Komplikationen
  • Plötzlicher Herztod
  • Sturzverletzungen
Therapie
  • Medikamentöse Therapie: Antiarrhythmika
  • Operative Therapie: Herzschrittmacher

 

Notfall

Notfallmaßnahmen beim Adam-Stocks-Anfall:

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken
  • Lagerung: erhöhter Oberkörper, Beine tief, bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Reanimation: evtl. Wiederbelebung
  • Zusatzmaßnahmen: Sauerstoffgabe, i.v.- Zugang
  • Medikamente: 2-3 Hübe Nitrosprayâ (Systole über 120 mmHg) gut bei Angina pectoris, bei Herzinfarkt kann es wirkungslos bleiben
  • Cave: keine i.m.- Injektion

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