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Akute Gastroenteritis

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Akute Gastroenteritis

Magen-Darm-Grippe: durch Mikroorganismen verursachte Magen-Darm-Entzündung.
Enterokolitis: Entzündung von Dünndarm und Dickdarm
Gastroenteritis: Dünndarm und Magen
Gastoenterokolitis: Magen, Dünn- und Dickdarm
Enteritis infectiosa: durch Mikroorganismen verursachte Erkrankung

Leitmerkmale: plötzliche Durchfälle/Erbrechen, krampfartige Leibschmerzen
Erreger
  • Bakterien: Salmonellen, Escherichia coli, Shigellen, Campylobacter, Yersinia enterocolitica, Clostridien
  • Viren: Rota-/Adenoviren
  • Pilze, Protozoen (Amöben), Würmer
  • Toxin in verdorbenen Lebensmitteln (Lebensmittelvergiftung)
  • Röntgenstrahlen
Ausbreitung
  • weltweit, bei schlechten hygienischen Verhältnissen, in heißen Regionen, Krisenzeiten
  • Familien-/Gruppenerkrankung
  • Kinder unter 2 Jahren: v.a. Viren
Ansteckung
  • Schlachttiere und aus Tieren gewonnen infizierte Lebensmittel (rohes Schweinefleisch, Eier, Geflügel, Muscheln, Milch/-produkte, Speiseeis)
  • kontaminiertes Wasser, Gülledüngung (Salat, Gemüse)
  • Ausscheider
Inkubationszeit
  • wenige Stunden bis 2 max. 3 Tage
  • je massiver die Infektion, desto kürzer die Inkubationszeit
Symptome
  • plötzliche Durchfälle (wässrig und dünnflüssig, evtl. Schleim)
  • krampfartige Leibschmerzen (Tenesmen), Glieder-/Kreuz-/ Muskelschmerzen
  • enteral: Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen
  • Temperatur kann erhöht sein
  • bei heftigen Durchfällen: Wasser-/Elektrolytverlust => Exsikkose
Diagnose Labor: Stuhl, Blut (mäßige Leukozytose mit Linksverschiebung), Erbrochenes, Speisereste

Differentialdiagnose
  • Lebensmittelvergiftungen: durch andere Erreger
  • Infektionen: Shigellenruhr, Cholera, Typhus
  • enteral: Colitis ulzerosa, M. Crohn
Komplikationen Exsikkose, Kreislaufschwäche, Schock, Durchwanderungsperitonitis, Sepsis, Thrombosen, akutes Nierenversagen

Immunität/Prophylaxe
  • meist keine Immunität, keine Impfung
  • Beachtung allgemeiner Hygieneregeln
  • genügendes Erhitzen von Geflügel, Eier/-produkte
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Flüssigkeitszufuhr, Nahrungskarenz, Bauchwickel
  • Medikamentöse Therapie: bei schweren Formen: Antibiotika, Infusionen
Meldepflicht Verdacht und Erkrankung (§§ 6/8 IfSG) wenn

  • eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne § 24 IfSG ausübt
  • zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten (Epidemie).
  • Namentliche Meldung (§§ 7/8 IfSG) des Erregernachweises
  • Tätigkeits-/Beschäftigungsverbote (§ 42 IfSG)
Kurzbeschreibung

Die eingedrungen Erreger zerstören die Darmschleimhaut, wodurch die aufgenommene Nahrung nicht mehr vollständig verdaut werden kann. Die unverdaute Nahrung im Darm bindet Wasser und macht den Stuhlgang dünnflüssig.

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