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Akutes Leberversagen

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Akutes Leberversagen

Ausfall der Leberfunktion ohne vorausgegangene chronische Lebererkrankung.

Leitmerkmale: Trias: Ikterus, Gerinnungsstörungen, Bewusstseinsstörung
Pathogenese Durch den Ausfall der Leberfunktionen kommt es zu einer Erhöhung der Transaminasen im Blut, zur Verminderung der Syntheseleistung (Albumin↓: Ödeme, Gerinnungsfaktoren↓: Blutung), der Entgiftungsfunktion und der Gallebildung.

Ursachen
  • infektiöse Ursachen: akute Hepatitis (A, B, D, selten C), Herpesviren, Gelbfieber, Zytomegalie, Tbc, Q-Fieber
  • toxische Ursachen:Paracetamolin-Intoxikation, Knollenblätterpilz, Drogen, Chemikalien, Alkohol
  • kardiovaskuläre Ursachen: Kreislaufschock, Pfortaderthrombose, Rechtsherzversagen
  • sonstige Ursachen: Leberzirrhose, akute Schwangerschaftsfettleber, Autoimmunhepatitis, M. Wilson, Hyperthermie, Hitzschlag, Sepsis, Lebermetastasen
Symptome
  • Ikterus
  • Gerinnungsstörungen mit Versagen des Gerinnungssystems
  • Bewusstseinsstörung (hepatische Enzephalopathie)
  • Foetor hepaticus
Diagnose Körperliche Untersuchung:
Inspektion: Zeichen einer hämorrhagischen Diathese, Ikterus
Palpation des Abdomens: verkleinerte Leber
Labor: Blutbild, Thrombozyten, Elektrolyte, Blutzucker, GOT, GPT, AP, Bilirubin, Ammoniak, Gerinnung↓, CRP
Apparative Diagnostik: Sonographie, EEG

Komplikationen Hirnödem, hepatische Enzephalopathie, Gerinnungsstörungen (Magen-Darm-Blutungen), Sepsis, Nieren-/Kreislaufversagen, metabolische Störungen (Hypoglykämie), pulmonale Komplikationen (Hypoxämie, bronchopulmonale Insuffizienz, ARDS, respiratorische Infektionen), Azidose, Alkalose

Therapie
  • NOTFALL: sofortige stationäre Einweisung
  • Medikamentöse Therapie: kausale Therapie, Antibiotika
  • Operative Therapie: Lebertransplantation
Prognose 36% Überlebenschancen ohne Lebertransplantation, mit Begleiterkrankungen noch schlechter.

 

Notfall

Akutes Leberversagen:

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken, Bettruhe
  • Lagerung: wie sie der Patient toleriert, evtl. Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Reanimation: wenn nötig, Defibrillation (falls vorhanden)
  • Zusatzmaßnahmen: Sauerstoffgabe, i.v.- Zugang, evtl. Schockbekämpfung

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