Krankheiten
Alkoholabhängigkeit

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Alkoholabhängigkeit (Alkoholkrankheit)

Kann ohne Alkohol nicht mehr auskommen, Alkohol bestimmt sein Leben. Ca. 3 Millionen Abhängige gibt es in Deutschland.

Leitmerkmale: je nach Zustand des Patienten
Zu beachten
  • Droge: Abhängigkeitspotenial, Wirkungen
  • Persönlichkeit: bisherige Entwicklung, genetische Faktoren
  • soziales Umfeld: Familie, Gesellschaft
  • auslösende Faktoren: Lebenskrisen
  • Verfügbarkeit der Drogen: Geschäft, Arzt, illegaler Erwerb
Einteilung: Trinker
  • Alphatrinker (Konflikt-/Erleichterungstrinker): Alkoholkonsum ohne Kontrollverlust (Bewältigung psychischer/körperlicher Probleme), Fähigkeit zur Abstinenz
  • Betatrinker (Gelegenheitstrinker): Alkoholkonsum aus Anpassung und Gewohnheit, kein Kontrollverlust, Fähigkeit zur Abstinenz
  • Gammatrinker (süchtiger Trinker): Alkoholkonsum mit Kontrollverlust, Abhängigkeit mit körperlichen/sozialen Folgen, Toleranzerhöhung
  • Deltatrinker (Gewohnheitstrinker): Alkoholkrankheit mit Abhängigkeit und Abstinenzunfähigkeit, rauscharmer, kontinuierlicher Konsum
  • Epsilontrinker (Quartalssäufer): exzessiver Alkoholkonsum mit Kontrollverlust:
Stadien
I die seelische Belastbarkeit lässt nach, die Trinkhäufigkeit nimmt zu
II Gedächtnislücken stellen sich ein, alleine/heimlich trinken, dauerndes Denken an Alkohol, das erste Glas wird schnell getrunken
III Kontrollverlust nach Trinkbeginn, Erklärungen/Ausreden sind nötig, Verhalten ändert sich, fortschreitende Isolierung, körperliche Abhängigkeit wird deutlich (Zittern, mangelnde Ernährung)
IV regelmäßiges morgendliches trinken, tagelange Räusche, körperlicher/geistiger/sozialer Abbau, Merk-/ Konzentrationsstörungen, Verträglichkeit für Alkohol nimmt ab, Organschäden, Demenz
Ursachen
  • erbliche Veranlagung
  • soziales Umfeld: Feiern, Familie, Verfügbarkeit
  • Krisensituationen sind oft Auslöser
Symptome
  • Prädelir: Tremor, Schwitzen, Blutdruck-/Pulserhöhung, ängstliche Unruhe
  • abnormes Trinkverhalten (heimlich), Erleichterungstrinken (bei Problemen), v.a. morgens trinken (kein Zittern)
  • Toleranzsteigerung
  • psychische Leistungsfähigkeit lässt nach: Erinnerungslücken, Konzentrationsschwierigkeiten
  • depressive Verstimmung, Wesensveränderung, Aufmerksamkeits-/ Konzentrationsverlust, Abnahme von Gedächtnis/Lernfähigkeit
Diagnose Anamnese: soziale Probleme (Arbeitsplatz, Familie), Trinkmenge
Körperliche Untersuchung: Gesamteindruck, Foetor, Erkrankungszeichen (Leber, Magen, Pankreas, Herz)
Labor: Gamma-GT↑, GOT↑, GPT↑, AT↑, Thrombozyten↓, Quick↓, Folsäure ↓, Vit. B12↓, Albumin↓

Komplikationen Chronische Magenerkrankungen, Blutungen in der Speiseröhre, Leberschädigungen (Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose), Pankreatitis, Diabetes mellitus, Impotenz, Tremor, Polyneuropathie, Gicht, Herzerkrankungen, Bluthochdruck

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Therapieplan erstellen, in 3 Phasen:
    • Entzugs-/Entgiftungsphase: stationär
    • Entwöhnungsphase
    • Rehabilitation/Nachsorge
  • Ernährungstherapie: Vitamin B1, C
  • Naturheilkundliche Therapie: Akupunktur, Ausleitungs-/ Entgiftungstherapie
  • Medikamentöse Therapie: Lebermittel

 

Cave
Bei Nervosität, Unruhezustände, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, gastrointestinalen Beschwerden auch an Alkoholismus denken.

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