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Alkoholvergiftung

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Alkoholvergiftung

Alkoholintoxikation, C2-Abusus; durch übermäßigen Alkoholgenuss kommt es zur Beeinträchtigung der Vitalfunktionen; kann bis zum Tod durch Hypoglykämie führen; niedrige Alkoholtoleranz bei Kinder, Frauen, Patienten mit Lebererkrankungen und/oder Erkrankungen am zentralen Nervensystem.

Leitmerkmale: Alkoholgeruch, Koordinations-/Konzentrationsstörungen bis Bewusstlosigkeit, Polyurie
Einteilung
  • Stadium I(1-2 Promille): verlängerte Reaktionszeit, Enthemmung (vermehrtes Reden, Benehmen), verminderte Schmerzempfindung, undeutliche Sprache, gerötete Augen, Gleichgewichtsstörungen
  • Stadium II (2-2,5 Promille): Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen, verengte Pupillen, Muskelerschlaffung, Erbrechen, Amnesie („Filmriss“), Reizbarkeit evtl. Aggressivität
  • Stadium III (2,5-4 Promille): Schock, erweiterte Pupillen, Bewusstlosigkeit, unkontrollierten Stuhl-/Harnabgang, Patient reagiert nicht mehr auf Schmerzreize
  • Stadium VI(ab 4  Promille): Koma, Abnahme der Atmung, Koma, lichtstarre/weite Pupillen, Kreislaufversagen, keine Schutzreflexe, Auskühlung
Pathogenese Durch übermäßigen Alkoholgenuss (Ethanol) kommt es zu Veränderungen im Gehirn/zentralen Nervensystem mit den weiter unten beschriebenen Symptomen.

Ursachen
  • Aufnahme von großen Mengen an Alkohol in kürzester Zeit
Symptome
  • zerebral: verminderte Konzentrationsfähigkeit/Reaktionszeit, gestörte motorische Koordination, Bewusstlosigkeit bis Koma, Gedächtnisverlust, verminderte Schutzreflexe (Aspiration)
  • Allgemeinsymptome: Alkoholgeruch, Erbrechen, Schwitzen, erhöhter Harnfluss, Blutdruckabfall, erhöhte Wärmeabgabe (Unterkühlungsgefahr, zittern), erhöhtes Selbstbewusstsein, Sprachschwierigkeiten, gerötetes Gesicht, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit
  • Blutzuckerabfall (Heißhunger)
Diagnose Anamnese: Klinik, Alkoholgeruch

Komplikationen Verlegung der Atemwege (Aspiration von Mageninhalt), Unterkühlung (Dilatation der Blutgefäße), Hypoglykämie (Blockierung des Glykogenabbaus), Herz-Kreislaufversagen

Therapie
  • Medikamentöse Therapie: Infusionen (verdünnen der Alkoholkonzentration), Glukose

 

Merke
Eine Medikamenteneinnahme (Beruhigungsmittel) kann die Wirkungen des Alkohols verstärken.
Notfall
Alkoholvergiftung:

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung öffnen, Patient zudecken, vor Stürzen Schützen (hinsetzen)
  • Lagerung: erhöhter Oberkörper, bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Reanimation: Wiederbelebung
  • Zusatzmaßnahmen: Sauerstoffgabe, i.v.- Zugang, induziertes Erbrechen (nicht bei Bewusstlosigkeit)

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