Krankheiten
Exogen allergische Alveolitis

 Zurück zur alphabetischen Auswahl

Exogen-allergisch Alveolitis (EAA)

Überreaktion der Lungenparenchyms auf Inhalationsgifte; Typ-III-Allergie gegen organische Stäube mit Ausbildung von Granulomen (Berufskrankheit); tritt bei intensiver/langfristiger Allergeneinwirkung auf.

Leitmerkmale: 4-6 h nach Antigenkontakt schwere Belastungsdyspnoe
Einteilung
  • Befeuchtungslunge: Einatmen der Luft von Luftbefeuchtern/Klimaanlagen (Schimmelpilze, Amöben)
  • Chemiearbeiterlunge: Lackierer, Bodenleger (Klebstoffe. Lacke)
  • Farmerlunge: Landwirtschaft mit Tierhaltung (verschimmeltes Heu)
  • Vogelhalterlunge: Kontakt mit Vögeln (Vogelkot/-federstaub)
Pathogenese Beim Einatmen von organischen Stäuben (kleinste Staubpartikel: 1-3µm) in  den Alveolarraum kommt es zur Bildung von IgG-Immunkomplexen und zu einer entzündlichen Veränderung an den Lungenbläschen, wodurch eine Immunreaktion ausgelöst wird (Aktivierung der neutrophilen Granulozyten, später der Lymphozyten) und es infolge dessen zu einer Umwandlung von Lungengewebe kommt (Granulombildung, später Narbenbildung mit Lungenfibrose).

Ursachen
  • Typ III-Allergie gegen organische Stäube (Getreide, Gräser, Kot von Vögeln, Pilze, Bakterien, Chemikalien)
  • Berufskrankheit (Vogelhalter, Rohbaumwolle, Klimaanlagen, Pilze, Käse-/ Obstbauern)
Symptome 6-8 Stunden nach akuter Allergenexposition:
  • Allgemeinsymptome: Engegefühl in der Brust, schwere Belastungsdyspnoe, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gewichtsverlust
  • akut: rezidivierende Fieberschübe (bis 400C) mit Schüttelfrost, Husten, Atemnot, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen
  • subakut: schleichender Beginn mit Husten, Dyspnoe (über Tage/Wochen)
  • chronisch: Belastungsdyspnoe, produktiver Husten, Leistungs-/ Gewichtsabfall, Appetitlosigkeit, evtl. Zeichen einer respiratorischen Insuffizienz
Diagnose Anamnese: Beruf/Hobby: Landwirt („Farmerlunge“), Vogelzüchter, Raumluft, Klimaanlagen
Auskultation: meist ohne Befund, evtl. Giemen, feinblasige Rasselgeräusche(endexspiratorisch)
Labor: Leukozytose, BSGé, Antikörper (IgG), Lymphozytené
Apparative Diagnostik: Rö-Thorax (Entzündungszeichen, Feinflecken), Allergietest/ Provokationstest (Inhalation der Stäube), Lungenfunktionsdiagnostik (restriktive Ventilationsstörung), Bronchoskopie mit Lungenbiopsie, bronchoalveoläre Lavage

Differentialdiagnose Pneumonie, allergisches Asthma bronchiale, andere fibrosierende Lungenerkrankungen

Komplikationen Chronifizierung, Cor pulmonale, Fibrose

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Kontakt mit Allergenen meiden (Antigenkarenz => Berufswechsel)
  • Medikamentöse Therapie: Glucokortikoide, Immunsuppressiva
Prognose Unbehandelt kommt es zur Lungenfibrose/Cor pulmonale; sonst bildet sie sich nach 24-48 Stunden zurück.

gg