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Fruchtwasserembolie

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Fruchtwasserembolie

Amnioninfusionssyndrom; über die Gebärmutter dringt Fruchtwasser in den mütterlichen Blutkreislauf mit anschließendem Verschluss der Lungengefäße, hohe mütterliche Letalität.

Leitmerkmale:  Plötzlicher Blutdruckabfall/Atembeschwerden während/nach einer Geburt
Pathogenese Über einen Defekt in der Plazenta dringt Fruchtwasser (während oder kurz nach der Geburt) in das Venensystem der Mutter ein und gelangt über das Herz in die Lungen (Lungenembolie).

Ursachen
  •  Geburt (Blasensprung)
Risikofaktoren
  • vorzeitige/manuelle Plazentalösung
  • Uterusruptur
  • vorzeitige Plazentalösung
  • Plazenta praevia
  • Wehenmittel- (Oxytocin) überdosierung
  • verstärkte Wehentätigkeit
  • Präklampsie
  • Diabetes mellitus während der Schwangerschaft
  • Kaiserschnitt
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Unruhe, Ängste, Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen, Brustschmerzen, Schüttelfrost
  • vasal: plötzlicher Blutdruckabfall bis Herzstillstand
  • pulmonal: Dyspnoe, Zyanose bis Atemstillstand
  • Blutgerinnungsstörung: Nachblutungen
  • später: Verbrauchskoagulopathie, Lungenödem, Multiorganversagen, Krämpfe, Koma
Diagnose Anamnese: Schockzeichen, Schmerzen
Labor:  Thrombozyten↓, Fibrinogen ↓, Prothrombinzeit↑, partielle Thrombinzeit↑, D-Dimere
Apparative Diagnostik: EKG (ST-Strecke)

Differentialdiagnose
  • kardial: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen
  • pulmonal: Lungenembolie, Lungenödem, Aspiration, Pneumothorax
  • Eklampsie, Präklampsie, Uterusruptur, Hypoglykämie
Komplikationen Gerinnungsstörungen, Herz-Kreislaufversagen, Leber-/Nierenversagen

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Bekämpfung der Ursache, Intensivüberwachung
  • Medikamentöse Therapie: Glucokortikoide , Oxytocin, Thrombozytenkonzentrate, Blutkonserven , Volumensubstitution nur bis Bilanzierung
  • Operative Therapie: evtl. Intubation, Entbindung

 

Notfall

Fruchtwasserembolie

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, Patient zudecken
  • Lagerung: erhöhter Oberkörper, bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Zusatzmaßnahmen: Sauerstoff, evtl. Intubation

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