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Hämolytische Transfusionsreaktion

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Hämolytische Transfusionsreaktion

Tritt bei der Blutübertragung auf, wenn der Patient Antikörper gegenüber den Antigenen der transfundierten Erythrozyten hat.

Leitmerkmale: Schüttelfrost, Fieber, Blutdruckabfall
Allgemein
  • es werden die Blutzellen zerstört
  • die schwersten Reaktionen treten im ABO-System auf
  • der Empfänger produziert Antikörper gegen die Antigene der transfundierten roten Blutkörperchen (die Blutzellen werden dabei zerstört
  • ist meldepflichtig
Einteilung
  • intravasale Hämolyse: innerhalb der Blutgefäße
  • extravasale Hämolyse: ausserhalb der Blutgefäße
Ursachen
  • Unverträglichkeit der übertragenen Blutkonserve
Symptome
  • Schüttelfrost
  • Fieberanstieg
  • Blutdruckabfall
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Atemnot
  • Tachykardie
  • evtl. Schock, Nierenversagen
  • kalter Schweiß
  • Hitzegefühl
  • Kreuz-/Lendenschmerzen
  • Blässe
  • Engegefühl im Brustkorb mit Atemnot
  • Bronchospasmus
Diagnose Anamnese: Blutübertragung
Labor: Blutbild, LDH, Bilirubin, Haptoglobin
Apparative Diagnostik: Coombstest

Differentialdiagnose Allergien, Lungenödem, Lungenembolie, andere Hämolysen

Therapie
  • milde Form: Beendigung der Transfusion, symptomatisch
  • schwere Form: Beendigung der Transfusion, sonst siehe Notfall

 

Notfall

Hämolytische Transfusionsreaktion - Erste Hilfe

  • Anruf: Notarzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken
  • Lagerung: erhöhter Oberkörper, bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • Vitalzeichenkontrolle: engmaschig
  • Reanimation: Wiederbelebung
  • Zusatzmaßnehmen: Volumengabe, Kortison, Hämodialyse

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