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Hämorrhoiden

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Hämorrhoiden

Krampfaderähnliche, knotige Erweiterungen des Schwellkörpers im Analbereich (v.a. 3,7 und 11 Uhr).

Leitmerkmale: Blutauflagerungen, Pruritus, verschmutzte Wäsche, Fremdkörpergefühl
Einteilung
Stadien
I schmerzlos, evtl. Juckreiz am After, ab und zu hellrote Blutauflagerungen im Stuhl (harter Stuhlgang), äußerlich nicht sichtbar, reversibel
II Prolaps (Vorfall): größerer Knoten während des Stuhlgangs, Schmerzen, die Hämorrhoiden treten danach spontan zurück in den Analkanal, selten Blutauflagerungen, verstärkt Nässen und Brennen, mit Fingern tastbar, nicht mehr reversibel
III Prolaps nach Pressen/jedem Stuhlgang, bildet sich nicht mehr spontan zurück, kann jedoch manuell reponiert werden, selten Blutungen, Entzündungen, ödematöse Schwellung, zunehmende Schmerzen bei und nach Stuhlgang, auch beim Sitzen, starker Juckreiz, schleimige Sekretion
IV Einklemmung der Hämorrhoiden, größere Knoten, können nicht zurückgeschoben werden, heftigste Schmerzen, Ulzerationen
Pathogenese Zur besseren Abdichtung des Darms befinden sich im After drei arterio-venöse Schwellkörper. Durch permanentes Herauspressen des Stuhls kommt es zur Knotenbildung, wobei zuerst das arterielle Gefäßgeflecht am Anus erweitert wird (Blut lagert sich ein). Kann dann das Blut aus diesem Geflecht nicht mehr genügend abfließen, staut sich das Blut und bildet die Hämorrhoiden aus(v.a. 3/7/11 Uhr in Steinschnittlage).

Ursachen
  • Bewegungsmangel, vorwiegend sitzende Tätigkeit
  • Adipositas
  • ballaststoffarme Ernährung, geringe Flüssigkeitszufuhr, häufige Obstipation, starkes Pressen beim Stuhlgang (harter Stuhlgang), Diarrhöen
  • familiäre oder altersbedingte Bindegewebsschwäche
  • erhöhter Analsphinktertonus
  • Schwangerschaft
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Jucken/Brennen/Nässen der Analregion, verschmutze Wäsche
  • enteral: anorektales Druckgefühl, Fremdkörpergefühl, Gefühl der unvollständigen Entleerung, Analekzem, Geschwüre, Infektion
  • Stuhl: hellrote Blutungen nach Stuhlgang (am Toilettenpapier), streifige Stuhlablagerungen, Schmerzen bei der Defäkation, Stuhlinkontinenz, unvollständige Stuhlentleerung
  • bei starken Blutungen: Anämie
Diagnose Körperliche Untersuchung: Inspektion (Patient pressen lassen), rektale Untersuchung mit und ohne Pressen
Labor: Blutbild
Apparative Diagnostik: Proktos-/Rektos-/Koloskopie (Ausschluss eines kolorektalen Karzinoms)

Differentialdiagose
  • maligne Erkrankungen: kolorektales Karzinom, Analkarzinom
  • perianale Thrombose: Thrombose der Venen des Plexus hämorrhoidalis, sehr schmerzhaft
  • Marisken: schlaffe Hautfalten um Anus herum, meist keine Beschwerden
  • Analfissur: hochroter, schmerzhafter, längs verlaufender Einriss der Haut
  • Anal-/Rektumprolaps mit Vorfall der gesamten Hämorrhoidalzone (Analschleimhaut mit radiärer Faltenbildung)
Komplikationen Analekzeme, Analfissuren, Analprolaps, starke Blutungen, Anämie, Stuhlinkontinenz,  Geschwüre, akute Hämorrhoidenthrombose, Infektion

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Reduzierung des Übergewichts, Waschen nach jedem Stuhlgang (v.a. sorgfältige Abtrocknung des Analbereichs), ausreichend Zeit für Stuhlgang, ausreichende Bewegung, Sitzbäder mit Kamille/Eichenrinde (Analhygiene), Stuhlregulation
  • Ernährungstherapie: ballaststoffreich, fettarm, reichlich Flüssigkeit (2-3 l / Tag), viel Rohkost und frisches Obst, keine scharfen Gewürze, keine blähenden/ verstopfenden Speisen, Alkohol, Nikotin, Kaffee
  • Naturheilkundliche Therapie: Aderlass, Akupunktur, Ohrakupunktur, Bachblüten, Blutegel, Fußreflexzonenmassage, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie, bei Entzündungen: Quarkauflagerungen, Schüssler Salze
  • Medikamentöse Therapie: vorübergehend Salben und Suppositorien, milde Laxantien
  • Operative Therapie: Sklerosierung (Verödung), Gummibandligatur, Vereinsung, im fortgeschrittenen Stadium Abtragung
Prognose Gut, aber es treten häufig Rezidive auf.

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