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Heparin induzierte Thrombozytopenie

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Heparin induzierte Thrombozytopenie (HIT)

Durch die Gabe von Heparin ausgelöste Erniedrigung der Thrombozyten im Blut

Leitmerkmale:  Hautnekrosen mit Abfall der Thrombozyten nach Heparingabe
Einteilung
  • HIT I (nicht immunologisch): Thrombozytenabfall nach 4 Tagen Heparintherapie, die Thrombozytopenie bildet sich spontan zurück, führt zu keinen Thrombosen, Heparingabe unter engmaschigen Kontrollen
  • HIT II (immunologisch): Thrombozytenabfall nach 5. bis 14. Tag der Heparintherapie, starker Abfall (< 50%), lebensbedrohliche Gefäßverschlüsse, Einstellung der Heparintherapie
Pathogenese Durch eine lange Heparinbehandlung kommt es zur Antikörperbildung gegenüber den Plättchenfaktor 4. Dadurch werden die Thrombozyten vermehrt aktiviert und schließlich Thromben gebildet (lebensbedrohliche Situation mit Gefahr des Verlustes einer Extremität).

Ursachen Heparinbehandlung

Symptome
  • Thrombenbildung:  Lungenembolie, Herzinfarkt, Hirninfarkt
  • Hautnekrosen: an der Heparin-injektionsstelle, rot-blaue bis blau-schwarze Flecken, schmerzhaft
Diagnose Anamnese: Heparingabe
Labor: Blutbild (Thrombozyten starker erniedrigt), ELISA-Test (Thrombozyten-Antikörper)

Differentialdiagnose Disseminierte intravasale Verbrauchskoagulopathie, akute Lungenembolie, Autoimmunerkrankungen, nach Transfusionen, Thrombozytopenie durch Medikamente, bakterielle Endokarditis, diabetische Ketoazidose

Komplikationen Blutungen, Thrombosebildung (v.a. venöse: Bein, Lunge, Herz, Gehirn), Amputationen, Nierenversagen

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Heparin absetzen
  • Medikamentöse Therapie: Lepirudin, Danaproid-Natrium
  • Operative Therapie: Thrombektomie, Amputation
Bilder

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