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Hiatushernie

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Hiatushernie

Zwerchfellbruch; durch eine Lücke im Bereich des Hiatus ösophageus treten Magenteile (bis ganzer Magen) in den Brustraum, betroffen sind in erster Linie ältere Menschen.

HIatushernie

1 = axiale Hiatus-Gleithernie
2 = paraösophageale Hernie

 

Leitmerkmale: meist asymptomatisch
Aufstoßen, Druckgefühl in der Herzgegend (v.a. nach einer Nahrungsaufnahme/ im Liegen)
Einteilung
  • axiale Hiatusgleithernie (Gleitbruch, 90%): Kardia und Fundus liegen oberhalb des Zwerchfells, Reflux möglich (der Speiseröhrenverschluss ist nicht mehr voll wirksam)
  • paraösophageale Hernie (Bruch neben der Speiseröhre): die Kardia ist in normaler Position, der Magenfundus liegt neben der Speiseröhre (parakardial) im Brustraum, kein Reflux (da Kardia nicht verlagert ist)
  • Mischformen beider Hernien
  • Upside-down-Magen: der ganze Magen liegt im Brustkorb
Pathogenese Durch eine Schwäche des Muskelgewebes treten Teile des Magens durch das Zwerchfell in den Thoraxraum.

Ursachen
  • Verlust der Bindegewebselastizität, gelockerter Bandapparat am Mageneingang
  • erhöhter Druck im Bauchraum (Obstipation, Husten, Adipositas)
  • bedingt durch Adipositas, Schwangerschaft, Bewegungsmangel, angeboren
Symptome Meist asymptomatischer Verlauf, Symptome stärker nach dem Essen/ im Liegen/ Bücken/Heben/Pressen:

  • Allgemeinsymptome: Aufstoßen (Refluxösophagitis), Sodbrennen, Dysphagie, Erbrechen, Übelkeit, Völlegefühl, Regurgitation, Rückfluss von Magensaft, Schlafstörungen
  • lokal: drückendes, beklemmende Gefühl
  • Schmerzen: Druckgefühl/Schmerz hinter Sternum (Magengrube), ausstrahlend in die Herzgegend/Hals/Schulter/Rücken
  • kardial: Tachykardien, Extrasystolen, Angina pectoris
  • pulmonal: Dyspnoe, Husten
  • später: Druckgeschwüre, Eisenmangelanämie (durch Blutungen)
Diagnose Anamnese: Symptome, Druckdolenz im Epigastrium
Labor: BSG, Blutbild
Apparative Diagnostik: Röntgen-Kontrastmittel, Ösophago-/Gastroskopie

Differentialdiagnose
  • enteral: Refluxkrankheit ,Magengeschwür, Cholelithiasis
  • Tumoren
Komplikationen Meist bei paraösophagealer Hernie:

  • Ulcera mit Perforationsgefahr
  • Einklemmung des Magens oder Ösophagus (Inkarzeration)
  • Stieldrehung des Magens (Magenvolvulus)
  • chronische Blutungsanämie
  • Reflux mit Ösophagitis/-karzinom, kardial (Angina pectoris, Extrasystolen, Blutruckabfall)
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Gewichtsreduktion, Beseitigung von Obstipation/Meteorismus, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper
  • Ernährungstherapie: kleine Mahlzeiten, langsames Essen, kein Nikotin, kein Alkohol
  • Naturheilkundliche Therapie: Akupunktur, Ohrakupunktur, Bachblüten, Homöopathie, Phytotherapie, Schüssler Salze
  • Medikamentöse Therapie: bei Eisenmangelanämie: Eisen; Protonenpumpenhemmer, Prokinetika
  • Operative Therapie: Entfernung jeder paraösophagealen Hernie und große Hernien mit Einklemmungsgefahr und Komplikationen, ansonsten nur bei Beschwerden (Fundoplikatio, Hiatoplastik)
Prognose Rezidivhäufigkeit nach Operation: 20 %

 

Merke
Bei einer Refluxösophagitis ist fast immer eine axiale Hernie mit dabei.

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