Krankheiten
Hirntumor

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Hirntumoren

Neurinome, Gliome, Meningiome, Adenome, Gewebswucherung des Gehirns/Hirnhäute; 25 % Metastasen vom Bronchial-/Mamma-/Nieren-Karzinom, auch gutartige Tumore müssen beseitigt werden (Druckerhöhung). ZNS-Tumoren machen etwa 10% aller Tumoren aus.

Leitmerkmale: epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, fokale neurologische Ausfälle, psychische Veränderungen
Einteilung/Ursachen
  • Malignes Gliom (Astrozytom): aus Gliazellen (Stützgewebe des Gehirns), schnell wachsend, überall vorkommend, häufig Rezidive, zerstört Umgebungsgewebe
  • Glioblastom (niedrig gradiges Gliom): epileptische Anfälle, rasches Wachstum
  • Oligodendrogliom: im ganzen Gehirn vorkommend, sehr langsames Wachstum, meist benigne
  • Meningeom: langsames Wachstum, ausgehend von der Arachnoidea, meist benigne, maligne Entartung möglich
  • Hypophysensadenome: gutartig, hormonaktiv, Gesichtsfelddefekte
  • Neurinome: gutartig, aus Zellen der Gehirnnerven
  • Akkustikusneurinom: langsam wachsend, Schwindel, Tinnitus
  • Metastasen:  ausgehend von Tumoren der Lunge, Mamma, Magen-Darm-Trakt, Haut, Urogenitalsystem
Symptome
  • mögliche Frühsymptome:
    • epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, psychische Veränderungen (Konzentrations-/Gedächtnisstörungen, Wesensveränderungen) neurologische Ausfallserscheinungen (unsicherer Gang, epileptische Anfälle), Hirnnervenlähmungen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseins- /Schlafstörungen
  • Lokalsymptome
    • Lähmungen, Sprach-/Seh-/Hör- und Sensibilitätsstörungen
    • bei Kindern: epileptische Anfälle
  • Drucksteigerung im Kopf
    • plötzliches explosionsartiges Erbrechen (bei Bewegungen des Kopfes)
    • Kopfschmerzen
    • Wesensveränderungen (Verlangsamung, Schläfrigkeit, Verwirrtheit)
    • Stauungspapille (Vorwölbung des Sehnervs)
    • Bradykardie, Hypertonie
  • Herdsymptome          
    • Frontallappen-Tumor: Lähmungen, Verhaltensänderungen, motorische Aphasie
    • Scheitellappen-Tumor: Sensibilitätsstörungen
    • Schläfenlappen-Tumor: sensorische Aphasie (Sprachverständnis)
Diagnose Anamnese: Frühsymptome (Kopfschmerz, Übelkeit, morgendliches Erbrechen), Vorerkrankungen
Körperliche Untersuchung: neurologische Ausfälle, Tumorzeichen
Labor: Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte, Urin-Status, Tumormarker, Hormone
Apparative Diagnostik: MRT, CT, Angiographie, Liquoruntersuchung, Hirnbiopsie, EEG

Differentialdiagnose
  • zerebral: Enzephalitis, zerebrovaskuläre Insuffizienz, Zysten, subdurales Hämatom, Gehirnblutung/-ödem
  • allgemein: Migräne, Multiple Sklerose
Komplikationen Neurologische Ausfälle, Hirndruck (Einklemmung), Apoplex

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Atemübungen, Psyche, Kneipgüsse, Bewegung an frischer Luft, Hirnödemtherapie (Cortison), antiepileptische Therapie
  • Ernährung: regelmäßig, ausreichend Eiweiß, Vitamine (E, C.A,B6), Selen, reichliche Flüssigkeitszufuhr, Gemüse (Grünkohl, Spinat, Rosenkohl, Rote Beete, Tomaten)
  • Naturheilkundliche Therapie: Darmsanierung, Enzymtherapie, Mistelpräparate, Phytotherapie, Thymustherapie
  • Medikamentöse Therapie: Analgetika, Antiepileptika, Kortikosteroide
  • Palliative Therapie: je nach Symptomen
  • Operative Therapie: Entfernung, Bestrahlung, Chemotherapie
Sonderform:
Medulloblastom
  • bei Kindern, hochmaligner Tumor
  • Symptome: geistige, emotionale Veränderungen, vegetative Störungen (RR hoch), Meningitiszeichen, Zeichen eines gesteigerten Hirndruckes
Sonderform:
Akustikus-Neurinom
  • Tumor vom N. vestibulocochlearis ausgehend
  • Symptome: Schwindel, Ohrgeräusche, Hörstörung: Prognose gut
Sonderform:
Spinale Tumoren
  • Tumoren, die vom Rückenmark selbst ausgehen, bösartige: Gliome
  • Symptome: Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Schmerzen, Blasen-/ Darmstörungen

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