Symptome (Leitbilder)
Hörminderung

 Zurück zur alphabetischen Auswahl

Hörminderung

Einseitige oder beidseitige Verschlechterung des Hörvermögens, kann bis zum kompletten Hörverlust gehen. Die Hörminderung kann je nach Verlauf akut, chronisch, angeboren (Rötelnembryopathie) und auch intermittierend sein.

Einteilung nach
Verlauf
  • akute Hörminderung:
    • Zerumen obturans (Duschen, Schwimmen), Paukenerguss/Otitis media (Schmerzen), Hörsturz, Verletzungen (Trommelfellperforation, Barotrauma, Felsenbeinfrakturen), Fremdkörper, akutes Lärmtrauma, toxisch (Chemotherapie, Grippe), Medikamente (Diuretika, Zytostatika, Tuberkulostatika, Salizylate)
  • chronische Hörminderung:
    • angeboren (Ohrfehlbildung, intrauterine Infektionskrankheiten: Röteln)
    • erworben (chronische Otitis media, Otosklerose, Alters-/ Lärmschwerhörigkeit, Medikamente)
  • intermittierende Hörminderung: M. Menière, Multiple Sklerose, Lues, Psyche
Einteilung nach
Störungsort
  • Schallleitungsstörung:
    • Defekt im äußeren Ohr, Trommelfell, Mittelohr oder ovalen Fenster
    • Eingeschränkte Weiterleitung der Geräusche, führt nicht zur Taubheit, sondern zur Schwerhörigkeit.
    • Ursachen:
      • Gehörgang: Verlegung durch Cerumen (Pfropfen aus Ohrschmalz), Otitis externa, Fremdkörper, Ekzem, Trauma, Tumoren
      • Mittelohr: Otitis media, Mittelohrerguss (Paukenerguss),  Cholesteatom, Tubenkatarrh, Trommelfellperforationen, Otosklerose
  • Schallempfindungsstörung:
    • Defekt im Innenohr oder zentral: VIII. Hirnnerv (N. acusticus), Hörrinde (im Gehirn)
    • Ursachen:
      • Innenohr: Hörsturz, M. Menière, akute/chronische Lärmschädigung, Alterschwerhörigkeit, Drogenabusus, Multiple Sklerose, Ototoxikose, Tumoren, Gefäßprozesse, Schädigung des N. acusticus, Infektionen (Röteln, Mumps, Meningitis), Diabetes mellitus
Diagnose Anamnese: Auftreten (akut, allmählich zunehmend, intermittierend), Trauma (Knall, Schlag, Wattestäbchen), Fieber, Schwellungen, Schmerzen, neurologische Begleitsymptome (Schwindel, Kopfschmerz, Tinnitus, Nystagmus), private/berufliche Belastung (Tauchen, Fliegen, Lärm), Medikamente, frühere Erkrankungen (v.a. Operationen und im HNO-Bereich)
Apparative Diagnostik: Ohrspiegelung

Differentialdiagnose
  • Ohrerkrankungen: Leitsymptom Schwerhörigkeit (Ursache  im meist Mittelohr oder Innenohr): Entwicklung rasch (Mittelohrentzündung) oder langsam (Lärm)
  • Gleichgewichtsorgan-Erkrankungen: Leitsymptom Schwindel: Drehschwindel (Ohr), Schwankschwindel (Kreislauf)

 

Akute Hörminderung
Trommelfellverletzung Stechende Schmerzen, durch Verletzung
Tuben-/Mittelohrkatarrh Zunehmende Hörminderung, dumpfer Druck, Atemwegsinfekt
Hörsturz Einseitig, Gefühl wie Watte im Ohr, Ohrgeräusche, keine Schmerzen

 

Chronische Hörminderung
Alters-/Lärmschwerhörigkeit Zunehmende Schwerhörigkeit
Otosklerose Zunehmend, beidseitig, Ohrgeräusche, keine Schmerzen
Chronische Otitis media Mit Absonderung von Sekret, keine Schmerzen

gg