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Icterus neonatorum

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Icterus neonatorum

Neugeborenengelbsucht, Neugeborenenikterus; gelbe Verfärbung der Haut, Schleimhaut, Skleren durch Einlagerung von Bilirubin beim sonst gesunden Neugeborenen, die Gelbfärbung erreicht am 5. Lebenstag ihr Maximum (12,5 mg/d, beim unreifen Kind bis zu 15 mg/dl).

Arten
  • physiologischer Neugeborenenikterus: beginn 3.-6. Lebenstag bis 10. Lebenstag, bildet sich selbst zurück; vermehrter Hämoglobinabbau bei unreifer Leber
  • Icterus gravis: stark ausgeprägter Ikterus
  • Icterus praecox: verfrüht auftretender Ikterus (vor dem 2. Tag nach der Geburt); ABO- Blutgruppenunverträglichkeit
  • Icterus prolongatus: länger anhaltender Ikterus (länger als 2 Wochen)
Pathogenese Da bei den Neugeborenen eine verminderte Leberfunktion besteht und eine höhere Erythrozytenzahl (die bei Einsetzen der Lungenatmung abgebaut wird) vorliegt kann das anfallende Bilirubin (bis jetzt über die Plazenta ausgeschieden) nicht mehr vollständig abgebaut werden; es reichert sich im Blut an und bewirkt somit eine Gelbfärbung. Dazu kommt das der enterohepatische Kreislauf durch eine verzögerte Darmpassage und eine fehlende Darmflora noch verstärkt wird.

Ursachen
  • Unreife der Leberfunktion (nach 2-3 Wochen meist von selbst verschwunden)
  • Rhesus-/Blutgruppenunverträglichkeit (Hämolyse)
  • Kugelzellanämie, Sichelzellanämie
  • Infektionskrankheiten: Hepatitis, Toxoplasmose, Listerose
  • Missbildungen des Gallengangs
  • Hypothyreose
  • Polyzythämie
  • Hämatome
  • Mutter hat Diabetes mellitus
Symptome Gelbe Hautfarbe, trinken schlecht

Diagnose Labor: Blutbild, Bilirubin (direktes, indirektes), Elektrolyte, evtl. GOT, GPT

Differentialdiagnose Lebererkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Gallenwegsverschluss

Komplikationen Kernikterus (Bilirubin tritt ins Gehirn über), Schwerhörigkeit, Krampfneigung

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: häufiges Füttern, Phototherapie (Blaulicht)
  • Medikamentöse Therapie: Austauschtransfusion
Prognose Durch Behandlung sehr gut, bei Nichtbehandlung schwere Schäden.

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