Krankheiten
Kolonkarzinom

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Kolon-/Rektum-Karzinom

Bösartiger Tumor des Dickdarmes, zweithäufigster Tumor; Auftreten meist nach dem 50. Lebensjahr. Männer sind häufiger betroffen als Frauen; 40% Rektum, 20% Sigmoid, 25% Caecum.


Leitmerkmale: Blutbeimengungen im Stuhl, plötzliche Änderung der Stuhlgewohnheiten, Stuhlabgang mit Flatus, Leistungsabfall, Müdigkeit, bleistiftdünner Stuhl
Einteilungen (Dukes)
A Karzinom auf die Darmwand beschränkt
B Übergreifen auf das Gekröse
C Befall der regionalen Lymphknoten
D Fernmetastasen
Pathogenese Meist Adenokarzinom (v.a. Sigma/Rektum), das relativ spät über die Lymphe metastasiert (Leber, Lunge).

Ursachen
  • Vorerkrankungen: Colitis ulzerosa, M. Crohn, Sprue, andere Tumoren (v.a. Mamma-Karzinom, Ovarial-/Uterus-Ca), Dickdarmpolypen
  • genetisch: familiär gehäuft (familiäre adenomatöse Polyposis)
  • Ernährung: hoher Fett-/Eiweißkonsum, wenig Ballaststoffe
  • Noxen: Alkohol, Nikotin
  • Zustand nach Radiotherapie
Risikofaktoren
  • Ernährung (ballaststoffarm
  • fleisch-/fett-/zuckerreich)
  • Übergewicht, langsame Darmpassage
  • gehäufte Polypen (Polyposis)
  • Bewegungsarmut
  • Nikotin-/ Alkoholabusus, Lebensalter (über 40)
  • Colitis ulzerosa
  • M. Crohn
Metastasen
  • Leber
  • Lunge
  • Skelett
  • Nachbarorgane
Symptome Meist uncharakteristisch; Alarmsymptome (langsam entstehend):

  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Leistungsabfall, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blässe
  • Stuhl: Änderung der Stuhlgewohnheiten, Wechsel Obstipation/ Diarrhoe, mit Wind Stuhlabgang, bleistiftdünner Stuhl, Blut/Schleimauflagerungen, schmerzhafter Stuhlabgang
  • Tumorzeichen: Abgeschlagenheit, Meteorismus, Flatulenz, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Anämie, Kachexie, evtl. unklares Fieber
  • Schmerzen: abdominelle, diffuse Kreuzschmerzen, Darmkrämpfe
  • später: chronische Blutungsanämie, Ileussymptome
  • bei 50% der Patienten mit liegen auch Hämorrhoiden vor: sorgfältige Abklärung!
Diagnose Anamnese: Dauer der Beschwerden, Stuhlgang (Gewohnheiten, Beschaffenheit), abdominelle Schmerzen, Familienanamnese, Vorerkrankungen
Körperliche Untersuchung: rektale Untersuchung, evtl. stuhlgefülltes Kolon, Anämiezeichen, rektal tastbarer Tumor, schmerzhafter Unterbauch
Labor: BSG, Blutbild (Eisenmangelanämie), Tumormarker CEA, CA 19-9 (Verlaufskontrolle), Test auf okkultes Blut im Stuhl („Bleistiftstuhl“)
Apparative Diagnostik: Rekto-/Koloskopie + Biopsie (Metastasensuche), Sonographie, CT-Abdomen, Rö-Thorax, gynäkologische Untersuchungen, Zystoskopie, Skelettzintigraphie (Metastasen?)

Differentialdiagose
  • enteral: Dickdarm-Adenom, Polypen, rezidivierende Divertikulitis, Reizkolon, Colitis ulzerosa, M. Crohn, Zöliakie, Hämorrhoiden, Analfissur, Proktitis
Komplikationen Hämatogene Metastasierung (Leber, Lunge), lymphogene Metastasierung (lokale Lymphknoten), Ileus, Penetration in die Umgebung, Gewichtsverlust, Kachexie, akutes Abdomen, Perforation, Fistelbildung, Peritonitis

Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Atemübungen, psychische Betreuung, Kneipgüsse, Bewegung an frischer Luft
  • Ernährungstherapie: regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß und Vitamine (E, C, D, A, B6), Obst, Selen, reichliche Flüssigkeitszufuhr, Gemüse (Grünkohl, Spinat, Rosenkohl, Rote Beete, Tomaten), Kalzium
  • Naturheilkundliche Therapie: Darmsanierung, Enzymtherapie, Mistelpräparate, Phytotherapie, Thymustherapie
  • Medikamentöse Therapie: evtl. postoperative Chemotherapie, Strahlentherapie
  • Operative Therapie: tumortragender Darmabschnitt mit regionalem Lymphabflussgebiet (radiakle Tumorresektion; Hemikolektomie), evtl. künstlicher Darmausgang (Anus praeter), Umgehungsanastomosen, Laser-/ Elektrotherapie
Prognose Bei 40% der Patienten ist bei Diagnosestellung eine operative Therapie nicht mehr möglich, nur bei Früherkennung ist die Prognose gut.

Fragen
  • ist in Ihrer Familie mindestens ein direkter Verwandter (Eltern, Geschwister, Kinder) an Darm-/Magen-/Gebärmutterkrebs erkrankt?
  • falls ja, ist die Krebserkrankung vor dem 50. Lebensjahr aufgetreten?
  • ist bei Ihrer Familie ein Darmpolyp vor dem 45. Lebensjahr festgestellt worden?
  • üben Sie eine sitzende Tätigkeit aus oder gehören Sie zu den Bewegungsmuffeln?
  • rauchen Sie?
  • essen Sie viel Fleisch?
  • bevorzugen Sie fette Kost?
  • verzehren Sie viel Weißmehlprodukte und Süßigkeiten?

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