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Makuladegeneration

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Makuladegeneration

Bei der Makuladegeneration handelt es sich um eine Erkrankung der Makula lutea (gelber Fleck) der Augennetzhaut. Der gelbe Fleck ist vor allem dafür verantwortlich, dass wir scharf sehen. So kommt es durch die Erkrankung zu einem immer weiter fortschreiten Verlust des Sehens im zentralen Gesichtsfeld. Beim Sehen ist somit die Mitte des Bildes unscharf, während die Ränder normal abgebildet werden. Es gibt verschiedene Formen, wobei die altersbedingte Makuladegeneration den größten Stellenwert einnimmt. Die ersten Anzeichen hierfür sind ein verschwommenes und verzehrtes Sehen in der Mitte des Blickfeldes. Bei Nichtbehandlung besteht die Gefahr einer Erblindung.


Leitmerkmale:  akute Sehstörungen in der Mitte des Sehfeldes (schlechtes (Farb-)sehen, Adaption an wechselnde Lichtverhältnisse)
Definition Bei der Makuladegeneration handelt es sich um eine Schädigung eines Teils der Netzhaut des Auges, dem gelben Fleck

Einteilung
  • juvenile Makuladegeneration: meist zwischen 10. und 25. Lebensjahr
  • Retinopathia centralis serosa: meist Männer zwischen 30. und 50. Lebensjahr
  • altersbedingte Makuladegeneration (AMD): ab. 50. Lebensjahr
Formen
  • feuchte (exsudative) Makuladegeneration (15-20%): 
    • Auslöser: Blutgefäße aus der Aderhaut waschen in die Netzhaut ein
    • Verlauf: die Blutgefäße schwellen an, setzen Blutungen, später Vernarbungen, es kommt zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen der Ader- und der Netzhaut
    • Voranschreiten: rasch
  • trockene (atrophe) Makuladegeneration (80-85%):
    • Auslöser: Ablagerung von Drusen (Stoffwechselprodukten) und gestörte Durchblutung der Aderhaut
    • Verlauf: Atrophie des Pigmentepithels, dieses wird immer dünner und kann schließlich absterben
    • Voranschreiten: langsam
Pathogenese
  • feuchte Form: durch Platzen eines arteriellen Gefäßes in der Aderhaut kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen Ader- und Netzhaut, wodurch die Makula zerstört wird, da sie nicht mehr richtig von der Aderhaut versorgt wird
  • trockene Form: durch Ablagerungen von Stoffwechselabbauprodukten zwischen der Ader- und der Netzhaut kommt es zur Unterversorgung der Makula durch Sauerstoff und Nährstoffe, wodurch ein Absterben der Zellen droht
Ursachen
  • unklar
  • ererbt
  • evtl. seelischer/körperlicher Stress
  • evtl. vermehrte Ausschüttung von Adrenalin/Kortisol
Risikofaktoren
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • Adipositas
  • Hypertonie
  • erhöhte Blutfette
  • einseitige Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • starke Sonneneinstrahlung
  • hohes Alter
  • Stress
Symptome Erst spät, da das gesunde Auge das Sehen übernimmt, dann treten die Symptome aber akut ein:
  • Auge: kleine Flecken oder großflächige verzerrte Bilder in der Mitte des Sehfeldes, Verschlechterung des Farbsehens, schwierige Anpassung des Auges an veränderte Lichtverhältnisse, Blendempfindlichkeit, Kontrastschwäche
  • Allgemeinsymptome: keine Schmerzen, bei Ulcus Blutungen
Diagnose Anamnese: Sehverschlechterung
Test: Amsler Gitter Test
Apparative Diagnostik: Augenhintergrundspiegelung (Ablagerungen), Fluoreszenz-Angiografie (mittels Farbstoffes)
Differentialdiagnose
  • Grauer Star
Komplikationen
  • Sehverlust
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Rauchen vermeiden, Alkohol einschränken, Ausschalten der Risikofaktoren
  • Naturheilkundliche Therapie: Akupunktur, Entspannungsübungen, Phytotherapie
  • Ernährungstherapie: Fett/Fleisch/Süßigkeiten einschränken, viel Gemüse, (grün, Tomaten, Karotten), Fisch
  • Operative Therapie: Brille, Lasertherapie, Entfernung der Einblutungen, Photodynamische Therapie (PDT)