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Mitralklappenprolaps

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Mitralklappenprolaps

Barlow-Syndrom, Morbus Barlow, Klick-Murmur-Syndrom, Floppy-valve-Syndrom sind weitere Bezeichnungen für den Mitralklappenprolaps. Beim Mitralklappenprolaps handelt es sich um eine ballonartige Vorwölbung von Teilen der Mitralklappensegel in den linken Vorhof während der Kammersystole. Die Spannweite reicht vom stummen Prolaps bis zur hochgradigen Störung des Blutflusses. Die Erkrankung kommt bei 6-20 % der Erwachsenen. Frauen (vor allem junge, schlanke) sind doppelt so häufig betroffen als Männer. Es kommt ebenfalls zu einer familiären Häufung. Beim Mitralklappenprolaps kommt es durch Einlagerungen von Mukopolysaccharide und Vermehrung des kollagenen Bindegewebes zu verdickten Segeln der Mitralklappe. Diese ungenügend befestigten Segel ragen während der Systole in den linken Vorhof hinein. Dadurch wird die Klappe undicht und es fließt immer wieder Blut von der Herzkammer zurück in den Herzvorhof. Dieser Defekt kann zwar vom Körper über längere Zeit ausgeglichen werden (Leistungssteigerung des Herzens), doch je länger der Herzfehler besteht, desto mehr kommt es zu einer Belastung der Herzkammer mit Folge einer Herzinsuffizienz.


Leitmerkmale: selten symptomatisch
Definition Als Mitralklappenprolaps bezeichnet man eine Vorwölbung des Segels der Mitralklappe während der Systole

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Barlow-Syndrom
  • Morbus Barlow
  • Klick-Murmur-Syndrom
  • Floppy-valve-Syndrom
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen: 20. bis 40. Lebensjahr
Ursachen
  • unbekannt
  • familiäre Häufung (autosomal-dominante Vererbung, Chromosom 16)
  • evtl. Autoimmunvorgänge, Bindegewebsschädigungen (Marfan-Syndrom)
Risikofaktoren
  • Rheuma
  • Koronare Herzerkrankung
Symptome Meist beschwerdefrei:
  • Allgemeinsymptome: retrosternale Schmerzen (wie Angina pectoris), atypisch, belastungsabhängig, Schwächegefühl, leichte Ermüdbarkeit, Schwindel
  • Atemsystem: Atemnot, Lufthunger
  • Herz: Herzklopfen, Arrhythmien
  • selten: Schwindel-/Angstgefühl mit Kollapsneigung
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen
Körperliche Untersuchung: Auskultation (Thorax: mittel-/spätsystolisches Klicken)
Apparative Diagnostik: EKG, Echokardiografie
Komplikationen
  • Mitralinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen bis plötzlichen Herztod
  • arterielle Thromboembolie
  • Endokarditis
Therapie Nur beim Auftreten von Beschwerden (v.a. Rhythmusstörungen):
  • Allgemeinmaßnahmen: Thromboseprophylaxe, Behandlung der Symptome/ Grunderkrankung
  • Medikamentöse Therapie: Betablocker