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Mukormykose

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Mukormykose

Mucormykose, Zygomykose sind weitere Bezeichnungen für die Mukormykose. Als Mukormykose bezeichnet man eine sehr rasch sich ausbrechende Pilzerkrankung mit Nekrosen. Die Pilze kommen auf der ganzen Welt vor und wachsen vor allem im Schmutz (fauliges Material). Sie durchdringen die Barriere der Haut oder Schleimhaut und gelangen so in den Körper. Es handelt sich hierbei nach der Candidose und der Aspergillose um die dritthäufigste Pilzerkrankung. Die Menschen sind normalerweise immun gegenüber den Pilzen. Nur bei geschwächten Immunsystem können diese somit Krankheitssymptome auslösen. Wenn sie mal im Körper sind dringen die Erreger rasch in die Gefäße und ins Gewebe ein.


Leitmerkmale:  Nekrosen durch Pilzerkrankung
Definition Bei der Mukormykose handelt es sich um eine heftig verlaufende Pilzerkrankung

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Mucormykose
  • Zygomykose
Einteilung
  • rhinoorbitozerebrale Mukormykose
    • Allgemein: häufigste Form
    • Definition: befällt hauptsächlich die Nasennebenhöhlen und das Gehirn
    • Vorkommen: v.a. Diabetiker, Transplantierte, Leukämie
    • Symptome: Gesichts-/Augenschmerzen, Einblutungen in die Hornhaut, Visusstörungen, Taubheitsgefühl, Gesichtsschwellung
    • Verlauf: führt zu einer schweren Sinusitis, Augenmuskelparesen, Thrombosen, Exophthalmus, Chemosis, bei Befall des zentralen Nervensystems (Krampfanfälle, Aphasie, Hemiplegie)
  • disseminierte Mukormykose:
    • Definition: befällt die Lunge
    • Vorkommen: v.a. bei Kindern mit Leukämie
    • Verlauf: breitet sich danach über die Blutbahn im ganzen Körper aus, meist tödlich
  • pulmonale Mukormykose:
    • Definition: befällt die Lunge
    • Vorkommen: Leukämie, Tumorpatienten
    • Symptome: Dyspnoe, Husten, Fieber, Brustschmerzen
    • Verlauf: Hämoptysen, Pleuraerguss, Sinusitis
  • gastrointestinale Mukormykose:
    • Definition: befällt den Verdauungstrakt
    • Vorkommen: v.a. bei unreifen Neugeborenen
    • Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Koliken, gastrointestinale Blutungen
    • Verlauf: nekrotisierende Enterokolitis, Perforation
  • dermale (kutane) Mukormykose:
    • Definition: befällt die Haut
    • Vorkommen: v.a. bei schweren Verbrennungen, Hautverletzungen
    • Symptome: schwarze Nekrosen auf der Haut, Ulzerationen
    • Verlauf: nekrotisierende Fasziitis
    • sonstige: Pilzbefall des Skeletts/Mediastinums/ Trachea/ Niere/ Bauchfells
Pathogenese Durch eine Pilzinfektion verursacht kann die Erkrankung innerhalb von Stunden einen starken Gewebeverfall verursachen und bei Befall des Zentralnervensystems auch tödlich enden

Ursachen
  • Pilze (Familie der Zytomyceten): Rhizopus oryzae, Rhizopus microsporus, Lichtheimia corymbifera, Apophysomyces elegans
Risikofaktoren
  • Diabetes mellitus
  • Ketoazidose
  • Leukämie
  • Urämie
  • abwehrgeschwächte Personen
  • Kortisontherapie
  • schwere Verbrennung
  • fortgeschrittene HIV-Infektion
  • Candidose
  • Tumoren
  • Medikamente: Immunsuppressiva, Glukokortikoide
Symptome
  • Lokalisation: Haut, Rachen, Lunge, Verdauungstrakt, Gehirn
  • Nekrosen: Nase, Gaumen
  • Allgemeinsymptome: Fieber, Schmerzen, Exophthalmus, orbitale Zellulitis, eitriger nasaler Ausfluss
  • Atemsystem: Dyspnoe, Husten mit Auswurf
  • Nervensystem: Krampfanfälle, Aphasie, Hemiplegie, Sehstörungen
  • Gesicht: Schwellung, Rötung
Diagnose Anamnese: Klinik
Labor: Gewebeprobe auf Erregernachweis (Biopsie), Pilzkultur, PCR
Apparative Diagnostik: Röntgen (Läsionen), CT, MRT
Differentialdiagnose
  • Aspergillose
  • Aktinomykose
  • Milzbrand
  • Rhinosklerom
  • Tolosa-Hunt-Syndrom
Komplikationen
  • Koma
  • Thrombose
  • Infarkte
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Grunderkrankung
  • Medikamentöse Therapie: Antimykotikum, Amphotericin B
  • Operative Therapie: Ausräumung des Herdes