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Muskeldystrophie Duchenne

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Muskeldystrophie Typ Duchenne

Morbus Duchenne, Duchenne-Krankheit, Dystrophia musculorum progressiva Duchenne, DMD sind weitere Bezeichnungen für die Muskeldystrophie Typ Duchenne. Bei der Muskeldystrophie Typ Duchenne handelt es sich um eine muskuläre Erbkrankheit im frühen Kindesalter. Es kommt hierbei zu einem schnell fortschreitenden Abbau der Muskulatur. Der davon Betroffenen landet schnell im Rollstuhl. Durch Vererbung kommt es zu einer Nichtproduktion des Muskelproteins Dystrophin.  Dieser Mangel führt zum Untergang von Muskelfasern. An Stelle der Muskelfasern wird Fett- und Bindegewebe in den Muskel eingebaut. Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar. Durch gute Behandlung kann die Lebensqualität aber stark verbessert werden.


Leitmerkmale: rasch fortschreitende symmetrische Muskelschwäche
Definition Die Muskeldystrophie Typ Duchenne ist die häufigste Muskelerkrankung im Kindesalter

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Morbus Duchenne
  • Duchenne-Krankheit
  • Dystrophia musculorum progressiva Duchenne
  • DMD
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Buben: zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr
Ursachen
  • Vererbung: X-chromosomal rezessiv (Genlokus p21.2, Dystrophin-Gen)
Symptome
  • zuerst: Schwäche der Becken-/Oberschenkelmuskulatur (Probleme beim Gehen, Stolpern, Fallen, schnelles Laufen nicht möglich)
  • dann: erschwertes Aufstehen aus dem Sitzen, Treppen steigen, Fettgewebezunahme an den Waden (Gnomenwaden), Lendenlordose, Spitzfüße
  • dann: Ausweitung der Atrophie auf die obere Extremität und Schultern, das Kind kann nur noch mit Hilfe aufstehen, Rollstuhl, Gelenksfehlstellungen, Knochenverformungen, vorstehende Schulterblätter
  • dann: Schwäche der Atemmuskulatur (Infekte) und Herzmuskulatur (Kardiomyopathie)
  • dann: Areflexie, Sensibilitätsstörungen, Faszikulationen
Diagnose Anamnese: Klinik, Familienanamnese
Körperliche Untersuchung: Neurologie
Labor: LDH erhöht, GOT erhöht, GPT erhöht, CK erhöht, arterielle Blutgasanalyse, Genanalyse, Kreatin im Urin erhöht
Apparative Diagnostik: Nervenleitgeschwindigkeit, Elektroneurografie, Elektromyografie, MRT, Ultraschall, Muskelbiopsie, Lungenfunktionstest
Differentialdiagnose
  • Muskeldystrophie Becker-Kiener
  • metabolische Stoffwechselerkrankungen
  • Gliedergürteldystrophie
  • Emery-Dreifuss-Muskeldystrophie
  • spinale Muskeldystrophie
  • faziokapulohumerale Muskeldystrophie
Komplikationen
  • Tod im frühen Erwachsenenalter
  • Herzinsuffizienz
  • Arrhythmien
  • fortschreitende Beeinträchtigung der Lungenfunktion
  • Skoliose
  • Frakturen
  • Kontrakturen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Grunderkrankungen behandeln, Krankengymnastik, Atemtherapie, Wärmeanwendungen, Klopf-Druck-Massage, Ultraschall-Therapie, Bewegungsbad, Schwimmen, psychologische Betreuung (vermeiden: Kältereize, übermäßiges Training), Dehnung der betroffenen Muskulatur, Reizstromtherapie, Ergotherapie
  • Medikamentöse Therapie: Glukokortikoide
  • Operative Therapie: Sehnenverlängerungen, Kontrakturbehandlung, Tracheotomie