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Ösophagusperforation

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Ösophagusperforation

Ösophagusruptur ist eine weitere Bezeichnung für die Ösophagusperforation. Bei einer Ösophagusperforation handelt es sich um einen Durchbruch der Speiseröhre. Durch verschiedene Ursachen kommt es zu einem Durchbruch der Speiseröhre, wobei dessen Inhalt sich in das Mediastinum ergießt und dort eine Entzündung (Mediastinitis) auslöst. Der davon Betroffene ist somit sehr krank und es handelt sich dabei meist um einen Notfall.


Leitmerkmale:  Vernichtungsschmerz hinter dem Brustbein
Definition Als Ösophagusperforation wird ein Durchbruch der Speiseröhre bezeichnet

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Ösophagusruptur
Ursachen
  • Fremdkörper: Knochen, Spielzeug, Zahnprothesen
  • iatrogen: Endoskopie (Rachen, Speiseröhre, Magen, Darm), Operationen (Ösophagus, oberer Bauch)
  • Erkrankungen: schwere Refluxerkrankung (Mallory-Weiss-Syndrom), eosinophile Osophagitis
  • schwere Entzündungen (Herpes, Cytomegalovirus, Tuberkulose, Pilze), Tumoren (Speiseröhre, Mediastinum)
  • Allgemein: Verätzungen, Alkoholismus, Trauma (stumpfe/spitzes, Schuss-/ Stichwunden, Sturz aus großer Höhe), Strahlentherapie (Hals)
Symptome
  • Schmerzen: zwischen den Schulterblättern/Brust/Oberbauch
  • Kreislauf: Tachykardie, Hypotonie bis Schock
  • Verdauungstrakt: Dysphargie, Bluterbrechen
  • Allgemeinsymptome: Hautemphysem
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen, Ursachen
Körperliche Untersuchung: Abhören (Thorax: verminderte Atemgeräusche, Krepitation), Druckschmerz (Oberbauch)
Apparative Diagnostik: Röntgen (Kontrastmittel), CT, MRT, Endoskopie
Differentialdiagnose
  • Boerhaave-Syndrom
  • Mallory-Weiss-Syndrom
  • GERD
  • Ösophagusspasmus
Komplikationen
  • Mediastinitis
  • Pleuritis
  • Perikarditis
  • Hautemphysem
  • Pneumothorax
  • Ösophagusstriktur
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: keine weitere Nahrungszufuhr (parenterale Ernährung)
  • Medikamentöse Therapie: Antibiotika, Protonenpumpeninhibitoren
  • Operative Therapie: Verschluss der Perforationsstelle (Mediastinostomie, Thorakotomie)
Notfall

Notfallmaßnahmen bei einer Ösophagusperforation:

  • - Anruf: Notarzt (Tel.112)
  • - Allgemeinmaßnahmen: Patienten beruhigen, beengte Kleidung entfernen, Patient zudecken
  • - Lagerung: erhöhter Oberkörper, Beine tief, bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  • - Vitalzeichenkontrolle: engmaschig, Atemwege sicherstellen
  • - Reanimation: Wiederbelebung
  • - Zusatzmaßnahmen: Sauerstoffgabe, i.v.- Zugang
  • - Cave: keine Manipulationen im Mundbereich