Symptome (Leitbilder)
Phobie

 Zurück zur alphabetischen Auswahl

Phobie

Phobische Störung ist eine weitere Bezeichnung für die Phobie. Bei der Phobie handelt es sich um eine ständige, unangemessen starke Angst vor bestimmten Objekten und Situationen, die krankhaft übersteigert ist und das Leben sehr stark beeinträchtigt. Der Betroffene weiß aber, dass seine Angst unbegründet ist. Es gibt über 600 verschiedene Arten und wird unter den Oberbegriff Angststörungen eingereiht. Die dabei auftretenden Ängste können das Privatleben sehr einschränken, weil der davon Betroffene versucht die angstauslösende Situation unbedingt zu vermeiden und dadurch die Phobie aber nur weiter verstärkt (Teufelskreis). Oft genügt auch schon, dass man an eine bestimmte Situation oder einen Gegenstand denkt um die Krankheit auszulösen. Meist tritt die Erkrankung nicht alleine auf, sondern in Verbindung mit anderen psychischen Beschwerden.


Leitmerkmale: übermäßige, unbegründete Angst vor irgendetwas
Definition Als Phobie bezeichnet man eine übertriebene, anhaltende und unbegründete Angst vor Personen, Gegenständen, Situationen, Tieren, oder Tätigkeiten

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Phobische Störung
Arten
  • Agrophobie: Angst vor öffentlichen Plätzen/ Situationen aus denen sie nicht fliehen können,Menschenmengen oder bestimmte Plätze werden dadurch vermieden
  • spezifische Phobie: Ängste vor bestimmten Dingen/Situationen, es gibt sehr viele Arten davon (Tier-/Spritzen-Verletzung/- Umwelt-/situativer Typus)
  • soziale Phobie (Sozialphobie): Ängste vor sozialen Kontakten, ziehen sich somit zurück
Ursachen Meist sind verschiedene Auslöser die Ursache:
  • traumatisches Ereignis
  • Überforderung (innerer unlösbarer Konflikt: verdrängte Gefühle)
  • Verhalten anderer ängstlicher Personen (durch Beobachtung)
  • über Hörensagen: Negatives gehört über …
  • von den Eltern auf das Kind übertragen (übermäßig besorgt)
  • persönliche Veranlagung
  • gestörtes Gleichgewicht von bestimmten Botenstoffen im Gehirn (evtl. bedingt durch Medikamente)
Symptome Symptome können schon allein durchs Denken an bestimmte Dinge/Situationen ausgelöst werden:
  • Allgemein-/Körpersymptome: starke Angst (Kontrollverlust/ zu sterben/ verrückt zu werden), Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen, Hypertonie, Zittern, Atemnot, Aggressivität, Unsicherheit, Beklemmungsgefühle, Harn-/Stuhldrang, Mundtrockenheit. Schwäche, Schlafstörungen, Depersonalisierung, Derealisation
  • unangemessen starke Angst: der Betroffene weiß, dass er eigentlich keine Angst zu haben braucht, können die Angst aber nicht unterdrücken, die Gedanken kreisen immer um die Gefahr, die Phobie wird mit der Zeit immer stärker und kann den ganzen Tagesablauf bestimmen
  • Vermeidung: Auslöser werden vermieden (verwendet viel Zeit dafür), es kommt dadurch zur Verstärkung der Angst und breitete sich evtl. auf andere Lebensbereiche aus
  • Betäubung der Angst: durch Alkohol, Medikamente
Diagnose Anamnese: Klinik, Begleiterkrankungen, Medikamente, wann tritt die Angst auf (Fragebogen)
Körperliche Untersuchung: je nach Symptomen
Apparative Diagnostik: EKG, MRT (Gehirn)
Differentialdiagnose
  • Depression
  • Zwangsstörung
  • andere Angststörungen
Komplikationen
  • Panikattacken
  • Abhängigkeit von Medikamenten/ Alkohol/ Drogen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Verhaltenstherapie, Konfrontationsübungen (Desensibilisierung), Reizkonfrontation, Psychotherapie
  • Naturheilkundliche Therapie: Akupunktur, Entspannungsübungen, Homöopathie, Phytotherapie, Schüssler Salze
  • Medikamentöse Therapie: Antidepressiva, Psychopharmaka, Betablocker, Benzodiazepine