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Salmonellose

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Salmonellose

Salmonellosenenteritis, Salmonellenvergiftung sind weitere Bezeichnungen für die Salmonellose. Die Salmonellose ist eine akute Magen-Darmentzündung verursacht durch Bakterien. Wichtig für die Entstehung der Erkrankung sind mangelnde Hygienemaßnahmen bei der Herstellung von Lebensmitteln. Damit wird die Krankheit zu den Lebensmittelinfektionen gezählt. Es gibt mittlerweile 2500 verschiedene Salmonella-Serotypen. Nach Abklingen der Beschwerden kann man durch Ausscheiden der Bakterien noch über mehrere Wochen für andere Leute ansteckend sein.


Leitmerkmale: plötzliche Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, evtl. mäßiges Fieber
Definition Bei der Salmonellose handelt es sich um eine Gastroenteritis, die durch Bakterien verursacht wurde

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Salmonellosenenteritis
  • Salmonellenvergiftung
Risikofaktoren
  • Säuglinge
  • Kleinkinder
  • geschwächtes Abwehrsystem
Erreger
  • Salmonellen (grammnegative Bakterien) 2000 Variationen: Salmonella enteritides/ typhimurium
Ausbreitung
  • weltweit
  • sehr häufig im Sommer in Deutschland
Ansteckung
  • orale Aufnahme: rohes Fleisch, Milch, Eier (Mayonnaise, Eis), Geflügel, Muscheln, kältebeständig, kontaminiertes Wasser
  • Mensch zu Mensch (Berührung von Ausscheidern)
  • Tiere (Berührung von Ausscheidern)
  • es kann zu Explosionsepedemien kommen (v.a. Kinder)
  • Familien-/Gruppenerkrankung (gleiche Speisen)
Kurzbeschreibung
  • der Erreger dringt in die Dünndarmschleimhaut ein, seine Anwesenheit und Endotoxine führen zur Entzündung im Darm (Durchfälle), es müssen dabei aber große Mengen aufgenommen werden
  • schwerer Verlauf: Befall des Dickdarmes (blutig-eitrige Stühle)
  • durchdringen die Erreger die Schleimhaut kommt es zur Sepsis
Inkubationszeit 6 - 72 Stunden (je massiver die Infektion, desto kürzer die Inkubationszeit)

Symptome
  • Fieber: je nach Erregertyp verschieden (kein oder mäßiges Fieber)
  • Verdauungstrakt: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, plötzliche Durchfälle (wässrig, dünnflüssig, zum Teil mit Schleim, blutig, eitrig)
  • Allgemeinsymptome: krampfartige Leibschmerzen: Tenesmen, Schwächegefühl, Kopfschmerzen
  • bei Magenmitbeteiligung: Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen
  • bei heftigen Durchfällen: Wasser-/Elektrolytverlust (Exsikkose)
Diagnose Anamnese: Klinik, salmonellenverdächtige Lebensmittel
Labor: mäßige Leukozytose mit Linksverschiebung, Erregernachweis (Blut/Stuhl/ Urin)
Differentialdiagnose
  • Infektionen: Cholera, Typhus, Shigellenruhr
  • Durchfallerkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulzerosa
Komplikationen
  • normalerweise heilt sie in 1-2 Tagen aus
  • bei Exsikkose: Kreislaufschwäche bis Schock, Nierenversagen
  • Peritonitis, Sepsis, Meningitis, Knochen-/Gelenksbeteiligung
Immunität/Prophylaxe
  • keine Immunität
  • allgemeine Hygieneregeln beachten (genügendes Erhitzen der Speisen, Lagerung von rohen Lebensmitteln im Kühlschrank)
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Flüssigkeits-/Elektrolythaushalt ausgleichen
  • Ernährungstherapie: schlackenarme Kost (Tee mit Zwieback), frisch geriebene Äpfel ohne Schale, geschlagene Bananen, Bauchwickel, Flüssigkeitszufuhr (evtl. intravenöse)
  • Medikamentöse Therapie: Antibiotika selten nötig
Meldepflicht
  • Verdacht und Erkrankung (§ 8 IfSG), wenn eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne von § 42 IfSG ausübt, oder 2 oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten
  • Namentliche Meldung (§§ 7/8 IfSG) des Erregernachweises
  • Tätigkeits-/Beschäftigungsverbote (§ 42 IfSG)
  • Vorschriften für Gemeinschaftseinrichtungen (§ 34 IfSG)