| Definition |
Bei der Salmonellose handelt es sich um eine Gastroenteritis, die durch Bakterien verursacht wurde
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Weitere Bezeichnungen (Synonyme) |
- Salmonellosenenteritis
- Salmonellenvergiftung
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| Risikofaktoren |
- Säuglinge
- Kleinkinder
- geschwächtes Abwehrsystem
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| Erreger |
- Salmonellen (grammnegative Bakterien) 2000 Variationen: Salmonella enteritides/ typhimurium
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| Ausbreitung |
- weltweit
- sehr häufig im Sommer in Deutschland
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| Ansteckung |
- orale Aufnahme: rohes Fleisch, Milch, Eier (Mayonnaise, Eis), Geflügel, Muscheln, kältebeständig, kontaminiertes Wasser
- Mensch zu Mensch (Berührung von Ausscheidern)
- Tiere (Berührung von Ausscheidern)
- es kann zu Explosionsepedemien kommen (v.a. Kinder)
- Familien-/Gruppenerkrankung (gleiche Speisen)
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| Kurzbeschreibung |
- der Erreger dringt in die Dünndarmschleimhaut ein, seine Anwesenheit und Endotoxine führen zur Entzündung im Darm (Durchfälle), es müssen dabei aber große Mengen aufgenommen werden
- schwerer Verlauf: Befall des Dickdarmes (blutig-eitrige Stühle)
- durchdringen die Erreger die Schleimhaut kommt es zur Sepsis
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| Inkubationszeit |
6 - 72 Stunden (je massiver die Infektion, desto kürzer die Inkubationszeit)
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| Symptome |
- Fieber: je nach Erregertyp verschieden (kein oder mäßiges Fieber)
- Verdauungstrakt: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, plötzliche Durchfälle (wässrig, dünnflüssig, zum Teil mit Schleim, blutig, eitrig)
- Allgemeinsymptome: krampfartige Leibschmerzen: Tenesmen, Schwächegefühl, Kopfschmerzen
- bei Magenmitbeteiligung: Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen
- bei heftigen Durchfällen: Wasser-/Elektrolytverlust (Exsikkose)
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| Diagnose |
Anamnese: Klinik, salmonellenverdächtige Lebensmittel Labor: mäßige Leukozytose mit Linksverschiebung, Erregernachweis (Blut/Stuhl/ Urin) |
| Differentialdiagnose |
- Infektionen: Cholera, Typhus, Shigellenruhr
- Durchfallerkrankungen: Morbus Crohn, Colitis ulzerosa
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| Komplikationen |
- normalerweise heilt sie in 1-2 Tagen aus
- bei Exsikkose: Kreislaufschwäche bis Schock, Nierenversagen
- Peritonitis, Sepsis, Meningitis, Knochen-/Gelenksbeteiligung
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| Immunität/Prophylaxe |
- keine Immunität
- allgemeine Hygieneregeln beachten (genügendes Erhitzen der Speisen, Lagerung von rohen Lebensmitteln im Kühlschrank)
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| Therapie |
- Allgemeinmaßnahmen: Flüssigkeits-/Elektrolythaushalt ausgleichen
- Ernährungstherapie: schlackenarme Kost (Tee mit Zwieback), frisch geriebene Äpfel ohne Schale, geschlagene Bananen, Bauchwickel, Flüssigkeitszufuhr (evtl. intravenöse)
- Medikamentöse Therapie: Antibiotika selten nötig
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| Meldepflicht |
- Verdacht und Erkrankung (§ 8 IfSG), wenn eine Person betroffen ist, die eine Tätigkeit im Sinne von § 42 IfSG ausübt, oder 2 oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten
- Namentliche Meldung (§§ 7/8 IfSG) des Erregernachweises
- Tätigkeits-/Beschäftigungsverbote (§ 42 IfSG)
- Vorschriften für Gemeinschaftseinrichtungen (§ 34 IfSG)
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