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Schenkelhalsfraktur

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Schenkelhalsfraktur

Schenkelhalsbruch, SHF, Oberschenkelhalsbruch sind weitere Bezeichnungen für den Schenkelhalsbruch. Als Schenkelhalsbruch bezeichnet man einen Bruch des knöchernen Oberschenkelhalses (Collum femoris). Die Bruchspalt befindet sich zwischen dem Oberschenkelkopf und dem Oberschenkelschaft. Die Erkrankung kommt vor allem bei älteren Leuten nach einem Sturz vor. Der Bruch wird in verschiedene Formen unterteilt. Der Bruch sollte innerhalb weniger Stunden nach dem Unfallsereignisses operiert werden, da sonst größere, oft lebensbedrohliche, Blutungen auftreten können. Oder es besteht auch die Gefahr einer Hüftkopfnekroase, da dieser nicht mehr aus reichend mit Blut versorgt wird. Die Heilung ist abhängig vom Alter des Patienten, der Bruchart und der Art der Behandlung des Bruches.


Leitmerkmale: Fehlstellung (Außenrotation) und Verkürzung eines Beins, Scherzen im Hüftgelenk
Definition Bei der Schenkelhalsfraktur handelt es sich um einen Bruch des Oberschenkelknochens in der Nähe des Hüftgelenks

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Schenkelhalsbruch
  • SHF
  • Oberschenkelhalsbruch
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen
Einteilung
  • stabile Oberschenkelhalsfraktur: ohne Fehlstellung des Beins, die Bruchenden stehen ohne Rotation aufeinander
  • instabile Oberschenkelhalsfraktur: bei Gefahr des Abgleitens der Bruchenden und Verschiebung der Bruchstelle
Einteilung nach Lokalisation
  • mediale Schenkelhalsfraktur: meist auftretend, der Bruch liegt im mittleren Teil des Schenkelhalses (innerhalb der Gelenkkapsel des Hüftgelenks)
  • Abduktionsfraktur: der Bruch ist nach medial hin abgeknickt (Valgusstellung des Femurs im Hüftgelenk), die Bruchfragmente sind meist ineinander verkeilt
  • Adduktionsfraktur: der Bruch ist nach lateral hin abgeknickt (Varusstellung des Femurs im Hüftgelenk), die Bruchfragmente sind meist disloziert (verschoben)
  • laterale Schenkelhalsfraktur: der Bruch liegt im lateralen Teil des Schenkelhalses (außerhalb der Gelenkkapsel),
Einteilung nach Pauwels Hierbei wird berücksichtig der Winkel zwischen Frakturlinie und der Horizontalen
  • Pauwels I: Winkel zwischen 0 und 30 Grad (Valgusstellung, Abduktionsfraktur), keine Scherkräfteeinwirkung auf den Knochen, meist konservative Behandlung
  • Pauwels II: Winkel zwischen 30 und 50 Grad (Varusstellung, Adduktionsfraktur)
  • Pauwels III: Winkel größer als 50 Grad (Abscherfraktur)
Einteilung nach Garden Hierbei wirdberücksichtig die Stabilität der Fraktur
  • Garden I: inkompletter/ stabiler Bruch, Valgusstellung ohne Dislokation
  • Garden II: kompletter, stabiler Bruch
  • Garden III: kompletter Bruch, Dislokation der Fragmente, der Femurschaft ist gegenüber dem proximalen Fragment rotiert
  • Garden IV:  die Frakturenden berühren sich nicht, der Hüftkopf ist in der Hüftgelenkspfanne
Ursachen
  • starke Krafteinwirkung auf den Schenkelhalsknochen
  • degenerative Ursachen am Knochen
Risikofaktoren
  • Sturz auf das Hüftgelenk/ Trochanter major
  • Knochentumoren
  • Hypertonie
  • Knochenmetastasen
  • Osteoporose
  • Synkopen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Gangunsicherheit
  • Sehstörungen
  • Stolperfallen
  • Alkoholismus
Symptome
  • Bein: verkürzt, Fehlstellung (Außenrotation), Bewegungseinschränkung
  • Schmerzen: Hüftgelenk/Leiste, v.a. bei Bewegung/Druck, Ausstrahlung ins Bein/ Becken
  • Allgemeinsymptome: Hämatom/Schwellung am Hüftgelenk
Diagnose Anamnese: Symptome, Unfall, Vorerkrankungen
Körperliche Untersuchung: Sensibilität/Motorik des Beins, Fußpulse
Apparative Diagnostik: Röntgen (Becken), Sonografie, CT, MRT
Differentialdiagnose
  • Beckenfraktur
  • Knochenprellung
  • Acetabulumfraktur
  • Hüftkopffraktur
  • Insertionstendopathie
  • pertrochantäre Fraktur
  • Hüftgelenksluxation
  • Coxarthrose
  • Coxitis
Komplikationen
  • Pseudarthrose
  • Hüftkopfnekrose
  • Thrombose
  • Embolie: Lunge
  • Volumenmangelschock
  • Nervenverletzungen: Nervus femoralis
  • Infektionen
  • Dekubitus
  • Wundheilungsstörungen
  • Blutungen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Ruhigstellung (Bettruhe, Schienung), Kühlung, später: Gangschulung/Muskelaufbau
  • Medikamentöse Therapie: Analgetika, Thromboseprophylaxe, evtl. Antibiotika
  • Operative Therapie: Verschraubung, dynamische Hüftschraube (DHS), Hüftgelenkstotalendoprothese (TEP)