Symptome (Leitbilder)
Schnupfen

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Schnupfen

Nasenschleimhautentzündung, Rhinitis, Koryta, Rotz, Nasenkatarrh sind weitere Bezeichnungen für den Schnupfen. Als Schnupfen bezeichnet man eine starke Absonderung von Nasensekret verursacht durch eine Entzündung der Nasenschleimhaut (katarrhalische Entzündung). Die Entzündung kann dabei akut, chronisch, infektiös, oder allergisch sein. Meist verschwindet das Krankheitsbild nach gut zwei Wochen wieder von alleine. Breitet sich der Schnupfen auf die Nasennebenhöhlen aus, so spricht man von einer Rhinosinusitis.


Leitmerkmale: „laufende Nase“ (wässerig bis gelb-grün), evtl. Grippesymptome
Definition Beim Schnupfen handelt es sich um eine Schleimabsonderung durch die Nase, bei Entzündung deren Schleimhaut

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Nasenschleimhautentzündung
  • Rhinitis
  • Koryta
  • Rotz
  • Nasenkatarrh
Pathogenese Durch verschiedene Ursachen wird von Viren der Schutz der Nasenschleimhaut überlistet. Der Körper reagiert daraufhin mit einer Entzündung der Schleimhautzellen. Die Haut selbst wird vermehrt durchblutet, weshalb vermehrt Abwehrstoffe an den Infektionsort geholt werden. Der Körper wert sich mit verstärkter Schleimbildung und befördert die Viren nach draußen (gleichzeitig schwillt die Schleimhaut an). Kommen Bakterien hinzu, verwandelt sich das Nasensekret gelblich-grün (Eiter)

Stadien
  • trockenes Vorstadium: Frösteln, Niesreiz, Kopfdruck
  • katarrhalisches Stadium: wässriger Schnupfen, Nase verstopft, Augen tränen
  • schleimiges Stadium: das Sekret dickt ein
Einteilung
  • akute Rhinitis (Rhinitis acuta):
    • Definition: akuter, meist harmloser Katarrh der Nasenschleimhaut
    • Erreger: Rhino-/Influenza-/Adenoviren, (bis zu 200 Arten möglich), selten Bakterien
    • Ursachen: Unterkühlung, Mangelerscheinungen, psychische Faktoren
    • Inkubationszeit: 3-7 Tage
    • Symptome: laufende Nase, Anschwellung der Schleimhäute, verstopfte Nase, gelblich-grüner Schleim
  • chronische Rhinitis (Rhinitis chronica):
    • Definition: Überbegriff für chronische Schleimhauterkrankungen der Nasenhaupt- und –nebenhöhlen mit Schleimhautschwellung.
    • Ursachen: Immunschwäche, chronischer Schleimhautreizung (Staub, Fremdkörper), extreme Dauertemperaturen, Polypen, Tumoren, rezidivierende Entzündungen, Allergien
  • Rhinitis atrophicans (Ozaena/ Stinknase):
    • Definition: Gewebsschwund der Nasenschleimhaut und der Nasenmuscheln
    • Ursachen: Tumoren, Fehlbildungen des Nasenseptums
    • Symptome: süßlich-fauliger Geruch, Trockenheit der Schleimhaut, schwarzer bis gelb-grüner Borkenbelag, Nasenbluten, Vereiterungen
  • allergische Rhinitis (Rhinitis allergica):
    • Definition: allergische Reaktion auf inhalative Allergene
    • Vorkommen: saisonal (Pollen) oder das ganze Jahr über auf (Hausstaubmilben, Tierhaare, Bettfedern, Berufsallergene)
  • vasomotorische Rhinitis (Rhinitis vasomotorica/ NARE-Syndrom):
    • Definition: vegetative Störung der Nasenschleimhautgefäße (gestörte Regulation der Blutgefäße der Nasenschleimhaut)
    • Ursachen: unbekannt
    • Auslöser: extremer Temperaturwechsel, Luftfeuchtigkeitswechsel, warme Getränke, Alkohol, Drogen, Stress, seelische Belastung, Medikamente (Missbrauch von Nasentropfen/- sprays)
    • Symptome: Erhöhung der Durchblutung der Nasenschleimhautgefäße, Anschwellen der Schleimhaut, wässriger Schleim, vermindertes Geruchsempfinden
  • Rhinitis hypertrophia:
    • Definition: Volumenzunahme der unteren und mittleren Nasenmuschel
    • Symptome: Verengung des Nasenlumens, verminderte Nasenatmung/ Geruchssinn, nasale Stimme, Katarrhe des Mundes/Rachens/Kehlkopfes
  • Rhinitis pseudomembranacea:
    • Definition: Scheinmembranbildung bei einer Diphtherie durch Schädigung der Nasenschleimhaut
    • Symptome: zähes, fibrinreiches, grau-weißes Sekret
  • Rhinitis sicca:
    • Definition: trockene Schleimhaut
    • Ursachen: Inhalation von Noxen (Kokain), Autoimmunerkrankungen
  • Rhinopathia medicamentosa:
    • Definition: durch Medikamente verursachter Schnupfen
    • Ursachen: Langzeitgebrauch abschwellender Nasentropfen
    • Symptome: Atrophie der Nasenschleimhaut, Bildung von Borken, die die Nasenatmung behindern
    • Allgemein: deshalb dürfen abschwellende Nasentropfen nur 1-2 Wochen verordnen werden (keine Dauermedikation)
Ursachen
  • Infektionen: Erkältung, Grippe, Masern, Windpocken, Scharlach, Diphtherie, Tuberkulose, Keuchhusten
  • Allergie: Hausstabmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel
  • Noxen: Giftstoffe am Arbeitsplatz, Ozon, Kohlendioxid/ -monoxid, Metalle, Lacke, Desinfektionsmittel, Stäube, Rauchen, Pestizide
  • Nase: Nasenpolypen, verkrümmte Nasenschleimhaut, Fremdkörper
  • Medikamente: Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Antidepressiva, Pille, Antihistaminika, abschwellende Nasensprays
Symptome
  • Grippesymptome: Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber, Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen
  • Sekret: „laufende Nase“, anfangs wässerig (viral), später gelblich-grün (bakteriell), evtl. leicht blutig
  • Nase: Atmung behindert, Nasenschleimhaut gerötet/geschwollen, evtl. Brennen/Kratzen in der Nase, Niesattacken, Juckreiz (Auge/Nase), Hypersekretion
  • bei chronischer Rhinitis: Kopfdruck, Kopfschmerzen (Nebenhöhlen)
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen, Allergien, Beruf, Medikamente    
Körperliche Untersuchung: Nase (Durchgängigkeit, Schwellung), Prick-Test
Labor: Blutbild, Entzündungsparameter, Allergen-Suche
Apparative Diagnostik: Rhinoskopie, Sonografie, evtl. Röntgen/ CT
Differentialdiagnose
  • Viren: Influenza, Masern, Windpocken (u.a. virale Infektionskrankheiten mit Rhinitis unter den Prodromi)
  • Bakterien: Keuchhusten, Scharlach, Diphtherie, Typhus, Paratyphus, Tbc, Lues, Gonorrhoe
Komplikationen
  • Rachen-/Kehlkopf-/Nebenhöhlenentzündungen
  • Otitis media
  • Bronchitis
  • chronischer Verlauf
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: körperliche Schonung, bei Fieber Bettruhe, viel Schlaf, frische Luft, Anfeuchten der Raumluft, Inhalationen, Gurgeln mit Malvenblättertee, Erkältungsbäder, Rot-Licht
  • Ernährungstherapie: leicht verdauliche, kohlenhydratreiche Kost, viel trinken (Tee, verdünnte Fruchtsäfte)
  • Naturheilkundliche Therapie: Aderlass, Akupunktur, Ohrakupunktur, Aromatherapie, Bachblüten, Baunscheidtieren, Cantharidenpflaster, Eigenbluttherapie (chronisch), Enzymtherapie, Fußreflexzonenmassage, Homöopathie (bei akuter, chronischer und allergischer Rhinitis), Manuelle Therapie, Neuraltherapie, Phytotherapie, Schröpfen, Schüssler Salze
  • akute Rhinitis: abschwellende Nasentropfen (10 Tage), Inhalationen mit Kochsalzlösung/Meersalz, Rotlicht
  • chronische Rhinitis: Nasenspülungen mit Salzwasser, Vitamin C, Eigenblut, Echinacea
  • allergische Rhinitis: abschwellende Nasentropfen, (Arzt: Antihistaminika, evtl. Kortisonspray), Hypersensibilisierung
  • vasomotorische Rhinitis: „Hochschnupfen“ von eiskaltem Wasser, sonst wie allergische