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Seborrhoisches Ekzem

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Seborrhoisches Ekzem

Seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna sind weitere Bezeichnungen für das seborrhoische Ekzem. Das seborrhoische Ekzem ist eine chronisch-rezidivierende entzündliche Hautentzündung, die in Schüben verläuft. Sie tritt vor allem an der Kopfhaut und im Gesicht auf. Vor allem Männern als Säuglinge oder um das 40. Lebensjahr sind davon betroffen. Es kommt hierbei zu einer Bildung von roten oder hellen Flecken mit fettigen Schuppen, die aber nur sehr selten jucken und nicht ansteckend sind.


Leitmerkmale: fettig-gelbliche Hautentzündung mit Schuppen, v.a. im Gesicht-/Haarbereich
Definition Das seborrhoische Ekzem ist eine entzündliche Hautveränderung, die vor allem die talgdrüsenreichen Hautareale betrifft

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Seborrhoische Dermatitis
  • Morbus Unna
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Männern: ersten 3 Lebensmonate, über 40 Jahre
Einteilung
  • Blepharitis chronica ectematosa:
    • Lokalisation: Lidern
  • Dermatitis seborrhoides infantum
    • Vorkommen: Säuglinge
    • Lokalisation: Scheitel, mittlere Gesichtspartie, Axillen, Hals-/Brustfalten, Leiste
    • Effloreszenzen: flächenhafte/fettige Schuppen
  • disseminiertes seborrhoisches Ekzem:
    • Lokalisation: an Axillen, Mamma, Nabel, Genitalregion, große Gelenkbeugen
    • Effloreszenzen: symmetrisch, nässen verkrusten
  • pityriasisformes Seborrhoid
    • Lokalisation: Hautspaltlinien (Gesicht, Nacken, distale Extremitäten)
    • Effloreszenzen: rund/oval, entzündliche Rötungen, leichte/zentrale Rötung
  • seborrhoisches Ekzematid:
    • Allgemein: milde Form, chronischer Verlauf
    • Lokalisation: an Stellen mit vielen Talgdrüsen
    • Effloreszenzen: starke Überproduktion von Hautfetten, Schuppung mit unregelmäßigen/scharf begrenzten Erythemen
Ursachen
  • unklar
Begünstigende
Faktoren
  • Stress
  • genetische Veranlagung
  • vermehrte Talgdrüsenproduktion
  • geschwächtes Immunsystem
  • Pilze: Hefepilze
  • Bakterien: Staphylokokken
  • AIDS
  • klimatische Faktoren: Winter, Trockenheit
Symptome
  • Schuppen: fettig-gelblich, scharf begrenzt, symmetrisch, teilweise konfluierend, unter den Schuppen sind rötlich-braune Herde
  • Lokalisation: an Stellen mit vielen Talgdrüsen (beharrte Kopfhaut, Nase, Kinn, Nasolabialfalten, Augenbrauen, Augenlider, Haut um die Ohren, seitlicher Hals, Schweißrinnen an Rücken/Brust, Achselhöhlen, Genitalbereich)
  • selten: Juckreiz
Diagnose Anamnese: Klinik
Körperliche Untersuchung:  Blickdiagnostik (v.a. vordere/hintere Schweißrinne, Nasolabialfalten, Augenbrauen, Ohren, behaarter Kopf)
Apparative Diagnostik: Allergietest
Differentialdiagnose
  • Pilzerkrankungen
  • Schuppenflechte
  • Allergien
  • Neurodermitis
  • Psoriasis
  • Tinea capitis
  • atopisches Kopfhautekzem
  • Lichen simplex
  • Kopflaus
  • Impetigo contagiosa
  • periorale Dermatitis
  • Morbus Hailey-Hailey
  • Sezary-Syndrom
  • Pityriasis rosea
  • Pityriasis vesicolor
  • Rosazea
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Symptome,Lichttherapie (regelmäßige UV-Bestrahlungen der Haut), häufiges Haarewaschen mit milden Haarwaschmitteln, Sonnenlicht, Meer, keine Externa mit hohem Fettgehalt
  • Naturheilkundliche Therapie: Homöopathie, Entspannungstherapien, Phytotherapie, Schüssler Salze
  • Medikamentöse Therapie: Glucokortikoide, Antimykotika, Mittel mit Harnstoff/ Salizylsäure