| Definition |
Als Sprunggelenksfraktur bezeichnet man Knochenbrüche im Bereich des oberen Sprunggelenks
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Weitere Bezeichnungen (Synonyme) |
- Malleolarfraktur
- Sprunggelenksbruch
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| Einteilung nach Weber |
- Weber A:
- Definition: Bruch unterhalb der Syndesmose (Syndesmosis tibiofibularis), die Syndesmose ist noch intakt
- Therapie: Ruhigstellung (Gips)
- Weber B:
- Definition: Bruch auf Höhe der Syndesmose, die Syndesmose ist intakt oder rupturiert, die Membrana interossea ist meistens intakt
- Therapie: Operation
- Weber C:
- Definition: Bruch oberhalb der Syndesmose, die Syndesmose ist rupturiert, die Membrana interossea ist meistens mitrupturiert
- Therapie: Operation
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| Weitere Formen |
- Maisonneuve-Fraktur:
- Definition: Bruch des Wadenbeinknochens (unterhalb des Fibulaköpfchens) mit Zerreißung der Syndesmosis tibiofibularis und der Membrana interossea cruris, Sprengung des Volkmann-Dreiecks
- Ursachen: Einwärtsdrehung des Sprunggelenks beim Trauma
- Therapie: operative Stellschraube
- Pilon tibiale Fraktur (Pilonfraktur):
- Definition: Bruch der distalen Gelenkfläche des Schienbeins, meist ist auch noch das Wadenbein fraktioniert
- Ursachen: axiale Gewalteinwirkung auf das körperferne Tibiaplateau (Trauma)
- Folge: Zertrümmerung der Gelenkfläche
- Komplikationen: Spongiosadefekt
- Therapie: Osteosynthese
- Bimalleolarfraktur (bimalleoläre Fraktur):
- Definition: Bruch des Wadenbeins außen und des Schienbeins innen, die mediale und die laterale Malleole ist davon betroffen
- Trimalleolarfraktur (trimalleoläre Fraktur):
- Definition: Bruch des Wadenbeins/ Schienbeins und des Volkmann´sche Dreiecks (Ausriss des Ligamentum tbiofibulare posterius)
- Allgemein: kommt bei allen Weberfrakturen vor
- Ursachen: Umknicken des Fußes bei Apination-Adduktion/ Pronation-Eversion/ Inversion/ Eversion
- Sprunggelenksluxationsfraktur:
- Definition: bimalleoläre Fraktur mit völliger Instabilität des Sprunggelenks
- offene Fraktur:
- Definition: der Bruch hat über eine Verletzung der Haut Zugang zur Hautoberfläche
- geschlossene Fraktur:
- Definition: Bruch, die Haut ist aber noch geschlossen
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| AO-Klassifikation |
- A: Fraktur unterhalb der Syndesmose
- A1: nur Außenknöchel
- A2: mit Innenknöchel
- A3: zusätzlich hinterer Anteil der Tibia
- B: Fraktur auf Höhe der Syndesmose
- B1: nur Außenknöchel
- B2: mit Innenknöchel
- B3: zusätzlich hinterer Anteil der Tibia
- C: Fraktur oberhalb der Syndesmose
- C1: nur Außenknöchel
- C2: mit Innenknöchel
- C3: zusätzlich hinterer Anteil der Tibia
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| Pathogenese |
Durch übermäßiges Verdrehen des Sprunggelenks kommt es meist zu einem Zerreißen der Bänder, bei stärkerer Belastung zu einem Bruch des Wadenbeins, später auch des Schienbeins. Mitbetroffen sind Knorpelschäden, Außen-/ Innenbandrupturen, Syndesmose- Schäden, Verletzung von Nerven/Blutgefäßen
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| Ursachen |
- Verdrehung des Sprunggelenks (Umknicken: Supinations-/ Pronationstrauma)
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| Risikofaktoren |
- Sport
- Sturz aus geringer Höhe
- Unfälle (Motorrad, Auto)
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| Symptome |
- Sprunggelenk: unstabil beim Gehen/Stehen bis kein Gehen mehr möglich, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Hämatom
- Schmerzen; im Knöchelbereich
- Allgemeinsymptome: Fehlstellung, Gefühlsstörungen, evtl. offene Wunde
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| Diagnose |
Anamnese: Symptome, Unfallhergang, Schmerzen Körperliche Untersuchung: Stabilität des Bandapparates, Durchblutung/ Sensibilität des Gelenks, Schäden an Weichteilen Apparative Diagnostik: Röntgen, CT, MRT |
| Differentialdiagnose |
- Luxation
- Distorsion
- Bandruptur
- Talusfraktur
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| Komplikationen |
- Pseudarthrose
- Infektion
- Nekrose
- Morbus Sudeck
- Versteifung des Sprunggelenks
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| Therapie |
- Allgemeinmaßnahmen: Ruhigstellung (Gips über 6 Wochen), Teilbelastung, Hochlagerung der Extremität, Kühlung, Physiotherapie
- Medikamentöse Therapie: Analgetika, Thromboseprophylaxe, Antibiotika/ Tetanusschutz (bei offener Fraktur)
- Operative Therapie: Reposition, Osteosynthese (evtl. + Bandnaht)
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