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Unterernährung

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Unterernährung

Quantitative Mangelernährung ist eine weitere Bezeichnung für die Unterernährung. Von Unterernährung spricht man, wenn der Mindestbedarf an Energie und essentiellen Nahrungsmittel ist nicht gedeckt. Der BMI ist hierbei unter 18,5 kg/m2. Es kommt dazu dass die Knochen hervorstehen, die Haut austrocknet und an Elastizität verliert und die Haare ausfallen. Bei der Behandlung muss darauf geachtet werden, dass die davon Betroffenen in langsam ansteigenden Portionen bekommen.


Leitmerkmale:  massives Untergewicht
Definition Bei der Unterernährung handelt es sich um eine Mangelernährung mittels chronischer Verminderung der Energiezufuhr

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Quantitative Mangelernährung
Pathogenese Dadurch dass zu wenig Energieprodukte zur Verfügung stehen, kommt es zu einem verminderten Ruheumsatz und einem Absinken der Körpertemperatur. Dazu stellt der Körper die Bewegungsaktivität (Blutdruck, Puls) herab und der Blutzuckerspiegel sinkt

Ursachen
  • es sind keine Nahrungsmittel vorhanden oder sie können nicht zubereitet werden: Armut, Krieg, Überbevölkerung, Einsamkeit, unsichere Wohnverhältnisse (Obdachlosigkeit)
  • man leidet unter einer Krankheit, die das Essen oder die Aufnahme von Nährstoffen erschwert: chronischer Durchfall, Krankheit mit erschwerter Aufnahme/Resorption der Nahrung (Malabsorption), Operationen, Alkohol, Drogen, Psyche
  • der Kalorienbedarf ist stark erhöht: Phasen von Wachstumsschüben (Jugend, Sport)
Risikofaktoren
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (mit Maldigestion/-absorption/ Durchfall): Sprue, Morbus Whipple, Kurzdarmsyndrom, Morbus Crohn, Pankreatitis, Leberzirrhose,
  • erhöhter Energieumsatz: Hyperthyreose, chronische Infekte, langanhaltendes Fieber, Verbrennungen, körperliche Arbeit, Dialyse, Jugend, Tumorerkrankungen
  • Essstörungen: Bulimia nervosa, Anorexia nervosa, einseitige Ernährung
  • Medikamente: Antidiabetika, Analgetika, Antirheumatika, Chemotherapeutika, Kortison, Angstlöser, Antipsychotika
  • Psyche: Stress, körperliche Belastung, Depression
  • Noxen: Alkohol, Drogen
  • Allgemein: Nahrungsmangel, Diäten, Zahnprobleme, Apoplex
Symptome
  • Körper: massives Untergewicht (Kachexie), verminderte Körpergröße (Kinder), Auszerrung (Eiweiß-/Fett-/Vitamin-/ Mineralstoff-/ Spurenelementemangel), Verzögerte Wundheilung, verminderte Knochendichte
  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Depression, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Apathie, Hungerödem, Aszites, Muskelschwäche, Infektionsanfälligkeit, Sehstörungen, Osteoporose, Libidoverlust, Impotenz, Amenorrhoe
  • Herz: Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche
  • Verdauungstrakt: Verstopfung, Durchfall, Bauchbeschwerden, Darmträgheit
  • Nerven: Konzentrationsstörungen, Apathie bis Bewusstlosigkeit, Reizbarkeit, Depression
  • Haut: schlechtere Wundheilung, Mundwinkelrhagaden, Haarausfall
  • Nieren: Polyurie, Niereninsuffizienz
Diagnose Anamnese: Klinik, Vorerkrankungen
Körperliche Untersuchung: Body-Mass-Index, Haut (Ödeme)
Labor: Blutbild, Gesamteiweiß, Natrium erhöht, Kalium erniedrigt, AP erniedrigt, STH erhöht, alkalische Phosphatase erniedrigt, Kortison erhöht
Differentialdiagnose
  • Fehlernährung
  • Malabsorption
  • Sarkopenie
Komplikationen
  • Eiweißmangel
  • Herzrhythmusstörungen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Grunderkrankung
  • Ernährungstherapie: energiereich, Vitamine, Spurenelemente, Trinkmenge erhöhen
  • Operative Therapie: künstliche Ernährung