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Morbus Apoplectiformis

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Morbus Apoplectiformis

Morbus Menière, Menière-Krankheit, Anfalls-Drehschwindel sind weitere Bezeichnungen für den Morbus Apoplectiformis. Der Morbus Apoplectiformis ist ein Drehschwindelanfall, der Minuten bis Stunden anhalten kann. Dabei liegt eine Störung im Labyrinth (Innenohr) vor mit vermehrter Flüssigkeitsansammlung (Vermischung zwischen Peri- und Endolymphe) und nachfolgendem Ausfall des Gleichgewichts- und Hörorganes. Die Anfälle treten meist einseitig (später auch beidseitig) und oft familienmäßig gehäuft auf. Zwischen den Anfällen können Tiefenschwerhörigkeit und Ohrgeräusche bestehen bleiben, nicht aber der Drehschwindel.  Die Erkrankung ist nicht heilbar, es lassen sich aber weitere Anfälle mittels Behandlung verhindern. Ziel der Therapie ist es die Schwere der Symptome bei einem Anfall zu vermindern und weitere Attacken zu vermindern.


Leitmerkmale:  Trias: anfallsweiserDrehschwindel, einseitiger Tinnitus, Schwerhörigkeit
Definition Als Morbus Apoplectiformis bezeichnet man eine Erkrankung am Innenohr mit abfallweisen Krankheitszeichen

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Morbus Menière
  • Menière-Krankheit
  • Anfalls-Drehschwindel
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen: zwischen 40. und 60. Lebensjahr
Pathogenese Durch eine Druckerhöhung im Innenohr kommt es zu einer vermehrten Produktion der Endolymphe, wodurch die Membran zwischen Perilymphraum und Endolymphraum reißt und beide sich vermischen

Ursachen
  • Missverhältnis der Produktion und Resorption der Endolymphe (vasomotorische Regulationsstörungen): Allergie, Hyperthyreose, Nikotin, chronische Sauerstoffunterversorgung
  • Endo- und Perilymphe vermischen sich: Riss in der Reissner-Membran
  • Abflussstauung der Lymphe: im Bereich des Ductus endolymphaticus
Symptome Setzten plötzlich heftigst ohne erkennbare Vorzeichen ein, treten in Anfällen auf:
  • Allgemeinsymptome: Schweißausbrüche, Blässe, Druckgefühl im Ohr, Todesangst (ähnlich Herzinfarkt), Nystagmus (Augenzittern), Kollapsneigung, große Unruhe, Tachykardie
  • anfallsweiser heftiger Drehschwindel: stundenlangmit Übelkeit/ Erbrechen, Kollapsneigung, Fallneigung zur Seite des erkrankten Ohres, die Patienten müssen sich oft hinlegen
  • Tinnitus: einseitig, niederfrequent
  • Innenohrschwerhörigkeit (Schallempfindungsschwerhörigkeit): einseitig, besonders im Tieftonbereich
  • später psychische Probleme: Angststörungen, Depression
Diagnose Anamnese: Symptome
Apparative Diagnostik: Otoskop (Trommelfell), Hörtest (Weber, Rinne), Audiometrie, Glyceroltest, Gleichgewichtstests (Romberg, Gang), CT, MRT, BERA
Differentialdiagnose
  • Schwindel
  • Hörsturz
  • Otitis media
  • Cholesteatom
  • Vascular-loop-Syndrom
  • Akustikusneurinom
  • Neuritis vestibularis
  • Apoplex
  • Multiple Sklerose
  • Migräne
  • Perilymphfistel
  • Bandscheibenvorfall (HWS)
  • Infektionen im Gehörgang
Komplikationen
  • Abnahme des Hörvermögens: nach häufigen Anfällen
Therapie Im akuten Anfall: Abklärung durch den HNO-Arzt
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Symptome, Bettruhe (evtl. Zimmer abdunkeln), Gleichgewichtsübungen
  • Ernährungstherapie: Alkohol, Nikotin, Kaffee, salzreiche Kost meiden
  • Naturheilkundliche Therapie: Aderlass, Akupunktur, Bachblüten, Baunscheidtieren, Blutegel, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie, Schröpfen, Schüssler Salze
  • Medikamentöse Therapie: Infusionen, Medikamente zur besseren Ohrdurchblutung und gegen Schwindel, Diuretika, Antiemetika, Glukokortikoide
  • Operative Therapie: Paukendrainage, in schweren Fällen chirurgische Entfernung des Vestibularnerves, Cochlea-Implantat
Prognose Meist bessert sich die Hörfähigkeit wieder, der Tinnitus verschwindet, später kann es aber zur Taubheit kommen (v.a. bei Rezidiven).