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Morbus Horton

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Morbus Horton

Arteriitis temporalis, Riesenzellarteriitis, Arteriitis cranialis, Horton-Magath-Brown-Syndrom sind weitere Bezeichnungen den Morbus Horton. Als Morbus Horton wird eine Arterienentzündung vor allem der Schläfen-/Augen-/Netzhautschlagader bezeichnet. Sie kann im Extremfall zum arteriellen Verschluss führen. Befallen davon sind vor allem die großen und mittelgroßen Arterien des Kopfes (Arteria temporalis, Arteria ophthalmica, Aortenbogen). Es kommt hierbei zu einer Verdickung der inneren Wandschicht der Arterie (Intima) und somit zu einer Einengung des Lumens des davon betroffenen Blutgefäßes. Das Gebiet hinter der Einengung wird somit weniger durchblutet, als mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sie kommt vor allem bei älteren Frauen vor. Die Arteriitis temporalis gehört zu den Autoimmunerkrankungen und kann zu Durchblutungsstörungen der Netzhaut führen. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer Erblindung führen. Unter einer Kortisonbehandlung kommt es meist zu einer vollständigen Genesung.


Leitmerkmale: einseitig, anfallweise Schläfenkopfschmerzen, einseitige Gesichtsfeldausfälle, tastbare Temporalarterie
Definition Beim Morbus Horton sind die Arterien der Schläfe und der Netzhaut entzündet

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Arteriitis temporalis
  • Horton-Magath-Brown-Syndrom
  • Riesenzellarteriitis
  • Arteriitis cranialis
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Frauen: ältere
Pathogenese Durch Autoimmunerkrankungen kommt es zur Entzündung der Arteria temporalis und damit zu Durchblutungsstörungen der Netzhaut des Auges

Ursachen
  • unbekannt
  • evtl. Autoimmungeschehen (Virusinfektionen)
Symptome
  • Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, Schwitzen, Muskelschmerzen
  • Schläfenschlagader: tritt hervor, verhärtet sich, ist druckschmerzhaft, abgeschwächter bis fehlenden Puls
  • Schmerzen: einseitig, anfallsartig, heftigst, langanhaltend, Schläfengegend, beim Kauen, schmerzhafte Schulter-Oberarm-Muskulatur/Augen
  • Nervensystem: plötzliche einseitige flüchtige Gesichtsfeldausfälle (Schleiersehen) bis Erblindung, Berührungskopfschmerz, Beeinträchtigung der Kau-/ Zungenmuskulatur
Diagnose Inspektion: tastbare, verhärtete Arteria temporalis
Labor: BSG stark erhöht, Leukozyten erhöht, Anämie, Eisen erniedrigt
Apparative Diagnostik: Biopsie, Dopplersonografie
Differentialdiagnose
  • Gefäße: Zentralvenenverschluss, Zentralvenenthrombose, Apoplex
  • allgemein: Polymyositis, Dermatomyosistis, rheumatoide Arthritis, Augenerkrankungen (Glaukom), Clusterkopfschmerz, Gehirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma
Komplikationen
  • Erblindung
  • zerebraler Insult
  • Apoplex
Therapie
  • Medikamentöse Therapie: Glucocorticoide, Immunsuppressiva (über 1-2 Jahre)
Prognose Sehr gut unter Steroidtherapie, unbehandelt 30% Erblindung, Rezidivgefahr bei zu frühem Absetzen der Steroide.