Krankheiten
Morbus Niemann-Pick

 Zurück zur alphabetischen Auswahl

Morbus Niemann-Pick

Nezelof-SyndromNezelof-SyndromNiemann-Pick-Krankheit, Sphingomyelinlipidose sind weitere Bezeichnungen für den Morbus Niemann-Pick. Als Morbus Niemann-Pick bezeichnet man eine autosomal-rezessiv vererbte Lipidspeicherkrankheit. Es kommt hierbei unter anderen zu einem Abbau des Bewegungsablaufes. Fähigkeiten, die bereits schon erlernt wurden, können nicht mehr ausgeführt werden. Es werden hierbei drei verschiedene Formen unterschieden.


Leitmerkmale: Hepatosplenomegalie
Definition Beim Morbus Niemann-Pick handelt es sich um eine seltene vererbte Krankheit mit Defekt des Enzyms Sphingomyelinase

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Niemann-Pick-Krankheit
  • Sphingomyelinlipidose
Einteilung
  • Typ A (akut, infantil, neuropathisch):
    • Ursachen: Mangel anSphingomyelinase
    • Vorkommen: im Alter von 3-4 Monaten
    • Symptome: Trinkschwäche, Dystrophie, Gedeihstörungen, Hepatomegalie, Taubheit, Blindheit, Spasmen, mentale Retardierung, Pyramidenzeichen, Verlust des sozialen Kontaktes, Intentionstremor, verzögerte motorische Entwicklung
    • Prognose: schwere Verlaufsform, Tod innerhalb von 2 Jahren
  • Typ B (chronisch, viszeral):
    • Ursachen: Mangel anSphingomyelinase
    • Vorkommen: Kindesalter (3- 10 Jahre)
    • Symptome: Hepatomegalie, Lungenerkrankungen, Gangstörungen, keine ZNS-Erkrankungen
    • Prognose: Lebenserwartung nur leicht eingeschränkt
  • Typ C:
    • Ursachen: Störung des Transports des Cholesterins, Speicherung von Lysosomen/Endosomen, Anreicherung von Glykolipiden
    • Vorkommen: Kindesalter
    • Symptome: Genveränderungen, Beeinträchtigung des Cholesterinstoffwechsels, neonataler Ikterus (erreichen das Erwachsenenalter), Neurologie (Spastik, Dysphargie, Bewegungsstörungen, Ataxie)
Pathogenese Durch einen vererbten Defekt des Enzyms Sphingomyelinase kommt es beim Typ A/B zur Anreicherung von Sphinomyelin in den Zellen der Leber/Milz/ Knochenmark und Gehirn. Beim Typ C/D reichert sich Cholesterin in den Zellen an

Ursachen
  • Vererbung: autosomal-rezessiv
    • Typ A/B: Chromosom 11, SMPD1-Gen
    • Typ C/D: Chromosom 18
Symptome                   
  • Typ A: Hepatosplenomegalie, Verlust der bereits erworbenen motorischen Fähigkeiten, Erbrechen, Gehörminderung, Gedeihstörungen, Myoklonische Anfälle
  • Typ B: ohne zerebrale Symptome
  • Typ C/D: Ikterus
  • Allgemeinsymptome: Schluckstörungen, Schwund des Muskeltonus
Diagnose Anamnese: Klinik
Körperliche Untersuchung: Pyramidenzeichen
Labor: Blutbild, Cholesterin
Apparative Diagnostik: Knochenmarkspunktion
Differentialdiagnose
  • Morbus Krabbe
  • Morbus Gaucher
  • Morbus Fabry
Komplikationen
  • Atrophie von Großhirn/Kleinhirn
  • Krampfanfälle
  • Aspirationspneumonie
  • Tod
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Bekämpfung der Symptome