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Morbus Peyronie

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Morbus Peyronie

Induratio penis plastica, erworbene Penisverkrümmung, Penisfibromatose sind weitere Bezeichnungen für den Morbus Peyronie. Als Morbus Peyroniebezeichnet man eine flächenhafte Bindegewebsvermehrung am Penisrücken. Durch immer wieder vorkommende Mikrotraumen (vor allem beim Geschlechtsverkehr), kommt es am Penisschaft zu Schädigungen und damit zu einer entzündlichen Reaktion.  Dabei kommt es zu einer fibrotischen Verhärtung (Vernarbungen) der Tunica albuginea. In diesen Verhärtungen befinden sich Fibrogenablagerungen, kollagenes Bindewege und Elastin. Diese wiederum verursacht eine Krümmung des Penis. Da es keine kausale Therapie für die Erkrankung gibt können nur die Symptome verbessert werden. Dies geschieht vor allem dadurch, dass gegen die Verhärtung angegangen wird.


Leitmerkmale: krummer Penis
Definition Beim Morbus Peyroniehandelt es sich um eine harte Knotenbildung mit anschließender Verkrümmung es Penis

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Induratio penis plastica
  • Erworbene Penisverkrümmung
  • Penisfibromatose
Vorkommen
(vor allem bei)
  • Männer: zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr
Pathogenese Durch eine nicht ganz ausgeheilte Entzündung kommt es zu Verhärtungen am Penisschaft. Diese Verhärtungen wirken sich vor allem bei einer Erektion aus

Ursachen
  • unklar
  • evtl. Entzündung zwischen den oberen Schichten der Penisschwellkörper (mit Narbenbildung)
  • evtl. Autoimmungeschehen
Risikofaktoren
  • Diabetes mellitus
  • arterielle Hypertonie
  • erektile Dysfunktion
  • ischämische Kardiopathie
  • Morbus Ledderhose
  • Morbus Paget
  • Rheuma
  • Dyslipidämie
  • Leberzirrhose
  • Rauchen
  • Alkoholabusus
Symptome
  • Penis: Verkrümmung meist nach oben (während der Erektion), tastbare Verhärtung am Schaft
  • entzündliche Phase: punktuelle Schmerzen am Penis, tastbarer Knoten, Krümmung des Penis nach dorsal oder lateral
  • postentzündliche Phase: Schmerzen meist rückläufig, Knoten verhärtet sich weiter, Penisverkürzung
  • Allgemeinsymptome: Depression, Reizbarkeit, Erektionsstörungen
Diagnose Anamnese: Klinik
Körperliche Untersuchung: Penis (Abtasten)
Apparative Diagnostik: Sonografie
Differentialdiagnose
  • Penissarkom, Peniskarzinom
  • Thrombose der Vena dorsalis penis superficialis
Komplikationen
  • Penisbruch
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Stoßwellentherapie
  • Medikamentöse Therapie: Analgetika, Vitamin E, Glucokortikoide, Kalziumkanalblocker
  • Operative Therapie: Entfernung der Verhärtungen