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Mukopolysaccharidose Typ III

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Mukopolysaccharidose Typ III

Sanfilippo-Syndrom ist eine weitere Bezeichnung für die Mukopolysaccharidose Typ III. Die Mukopolysaccaridose Typ IIIist eine autosomal rezessive Erbkrankheit des Kohlehydratstoffwechsels. Sie tritt erst im zweiten oder dritten Lebensjahr mit einer verzögerten geistigen Entwicklung auf. Bei Geburt sind noch keine Symptome erkennbar. Man unterscheidet zwischen vier Untertypen, wobei die Krankheitszeichen bei allen vier Typen fast gleich sind. Es kommt bei dieser Erkrankung zu einer Akkumulation von Heparansulfat. Dadurch wird vor allem das Gehirn geschädigt.


Leitmerkmale:  verlangsamte motorische/ geistige Entwicklung
Definition Bei der Mukopolysaccharidose Typ IIIhandelt es sich um eine vererbte Erkrankung des Glykosaminoglykan (langkettige Zuckermoleküle) -Stoffwechsels

Weitere Bezeichnungen
(Synonyme)
  • Sanfilippo-Syndrom
Vorkommen
(vor allem bei)
  • 2. bis 4. Lebensjahr
Einteilung
  • Typ A (Heparansulfatsulfamidase):
    • Allgemein: schwerste Form führt zu einem frühen Tod
    • Ursachen: mangelhaftes Enzym Heparan-N-Sulfatase
    • Vererbung: Chromosom 17, Genort q25.3
  • Typ B (Alpha-N-Acetylglucosaminidase):
    • Ursachen: Mangel an N-Acetyl-alpha-D-Glucosaminidase
    • Vererbung: Chromosom 17, Genort q21
  • Typ C (Alpha-Glukosaminid-N-Acetyltransferase):
    • Ursachen: Mangel an Acetyl-CoAplphaglucosaminid-Acetyltransferase
    • Vererbung: Chromosom 8, Genort p11-13
  • Typ D (N-Acetylglucosamin-6-Sulfatase):
    • Ursachen: Mangel an N-Acetylglucosamin-6-Sulfatase
    • Vererbung: Chromosom 12, Genort q14
Pathogenese Durch einen Gendefekt kommt es zu Einlagerungen von Heparansulfat in den Zellen. Dadurch werden die Nervenzellen in ihrer Funktion behindert

Ursachen
  • Vererbung: autosomal-rezessiv (mehrere Enzymdefekte)
Symptome
  • erste Anzeichen: Schlafstörungen, vermehrte Unruhe, Aggressivität, sprachliche Verzögerung
  • ab dem 4./5. Lebensjahr:
    • Gesicht:  breite/flache Nase, großer Kopf, Anomalien an Augen/ Ohren, dicke Zunge, volle Lippen, eng aneinander liegende Augenbrauen, blondes/struppiges Haar, vergröberte Gesichtszüge
    • Körper: vermehrte Körperbehaarung, aufgetriebener Bauch (Lebervergrößerung), vermehrte Bildung von Hernien, Hepatosplenomegalie
    • Psyche: geistige Minderentwicklung, gesteigerte Reizbarkeit, motorische Unruhe, Ängstlichkeit, fortschreitende Demenz
    • Bewegungsapparat: Abnahme der Gelenksbeweglichkeit, Spasmen, Lähmungen
    • Allgemeinsymptome: Sehbehinderung, Schlafschwierigkeiten, Sprachprobleme, erhöhte Infektanfälligkeit, Epilepsie, erhöhte Infektanfälligkeit
Diagnose Anamnese: Klinik
Labor: Elektrophorese,Urin (Heparansulfat erhöht)
Apparative Diagnostik: Röntgen (verdickte Schädelknochen, breite Rippen), EEG
Komplikationen
  • Demenz
  • Lungenerkrankungen
  • Spasmen
  • Lähmungen
Therapie
  • Allgemeinmaßnahmen: Behandlung der Symptome